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11.07.2019: Chemikalien an Insekten statt an Wirbeltieren testen

An der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) wird an einem Ersatzverfahren zur Testung von Chemikalien an Insekten statt an Nagetieren gearbeitet. Hintergrund ist, dass die Zahl neurologischer Erkrankungen bei Kindern in den vergangenen Jahren zugenommen hat und epidemiologische Daten nahe legen, dass Faktoren des Lebensstils sowie in unserem Umfeld eingesetzte Chemikalien dazu beitragen. Allerdings ist die Anzahl untersuchter Chemikalien, die einen Einfluss auf die Entwicklung bei Kindern haben könnten, verschwindend gering, die erforderlichen Testverfahren sehr aufwendig und sie erfordern eine hohe Anzahl von Tierversuchen. Am Institut für Physiologie und Zellbiologie der TiHo wird aktuell ein neues Verfahren entwickelt, bei dem die entsprechenden Tests an Heuschreckenembryos durchgeführt werden.
An ihnen kann getestet werden, wohin Ausrichtungsproteine wie Semaphorin die Fortsätze der Nervenzellen (Axone) steuern. Die Signalstoffe erzeugen einen Konzentrationsgradienten, an dem sich die Axone orientieren. Bei der Heuschrecke funktioniert dies sehr ähnlich wie beim Menschen. Bis das Heuschreckenverfahren eingesetzt werden kann, dürften allerdings noch einige Jahre vergehen, da das Verfahren zunächst aufwendig standardisiert werden muss. Danach könnte es genutzt werden, um zu bestimmen, ob die Hirnrinde unter Einfluss der Testchemikalien bei Säugern korrekt verschaltet wird. Zusätzlich könnte diese Methode als Ersatz und Ergänzung verwendet werden, um pharmakologische Wirkstoffe zu screenen, die das Wachstum neuronaler Verbindungen fördern und so helfen, das Nervensystem nach Verletzungen zu regenerieren.

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Zulassungspflicht für Betäubungsgeräte

Was halten Sie von der geforderten Zulassungspflicht für Betäubungsgeräte?

Ich unterstütze die Forderung uneingeschränkt.
Unglaublich, dass solche Geräte bislang nicht zugelassen werden müssen.
Eine Überprüfung von Seiten des Schlachthofs reicht aus.
Das ist nur wieder eine neue Schikane und ein Wettbewerbsnachteil.