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Welche Ziele hat der Bund für angestellte Tierärzte? vom 07.10.2016


Mitbegründer und 1. Vorsitzender des BaT Dr. Christian Wunderlich

Ein Interview mit dem 1. Vorsitzender des BaT, Dr. Christian Wunderlich

Am 28. Juni 2016 hat sich der Bund angestellter Tierärzte (BaT) e.V. gegründet. Er kämpft für bessere Arbeitsbedingungen und bessere Gehaltskonditionen von angestellten Tierärzten. Der Verein geht auf die Initiative der Tierärztin Dr. Leonie Wolters (2. Vorsitzende) und Dr. Christian Wunderlich (1. Vorsitzender) zurück. Vetion.de hat sich mit Dr. Wunderlich (30) für ein Interview getroffen.

Vetion.de: Guten Tag Herr Wunderlich. Schön, dass Sie es einrichten konnten. Ich würde mich gerne ein wenig mit Ihnen über denHintergrund der Vereinsgründung, Ihre persönliche Motivation und die konkreten Pläne des Bundes für angestellte Tierärzte sowie geplante Maßnahmen unterhalten.
Wie kam es und wie kamen Sie dazu, sich mit Hilfe eines Vereins für bessere Arbeitsbedingungen in der Tiermedizin für angestellte Tierärzte einsetzen zu wollen?

C. Wunderlich:   Grundsätzlich gehöre ich von meinem Naturell schon zu den aktiven Typen. So war ich bereits im  Studium Semestersprecher und an der Universität in verschiedenen Gremien aktiv. Daher hatte ich schon früh die Gelegenheit, mich viel mit den Kommilitonen auszutauschen und einen recht guten Blick auf die Bedingungen nach dem Studium werfen zu können. Daher habe ich schon früh für mich beschlossen, mich nach Abschluss dieses anspruchsvollen Studiums mit Staatsexamen nicht unter Wert zu verkaufen. In Zahlen hieß das konkret, dass ich nicht unter 3.000 Euro Anfangsgehalt arbeiten wollte, da ich alles andere für unangemessen und unwürdig für Absolventen dieses  komplexen und zeitaufwendigen Studiums halte. Das hat aber nur beinahe geklappt.

In Gesprächen mit Studienfreunden merkte ich dann aber schnell, dass dieser Anspruch an das Anfangsgehalt nicht für alle galt und viele dann jedoch bereits nach kurzer Zeit aufgrund der Arbeitsbedingungen, der Arbeitszeiten und auch wegen des Gehaltes sehr unzufrieden und frustriert waren und begannen, sich umzuorientieren- us der Praxis weg.

Konkretisiert hat sich die Idee aufzustehen und etwas dagegen zu unternehmen im Herbst 2015, als ich mit meiner Kollegin Dr. Leonie Wolters zusammen saß.  Unser „Vorbild“ war der Marburger Bund, dessen Idee und Arbeit wir uns anschließend mal ein wenig genauer angesehen haben. Außerdem haben wir uns einmal genauer mit den gesetzlichen Regelungen zu Arbeitszeiten und Arbeitsbedingungen in Deutschland auseinandergesetzt. Schließlich gibt es in diesem Land ja für alles Regeln, sie müssen eben nur angewandt werden.

Vetion.de: Warum haben Sie sich für einen Verein als Rechtsform für den Verband entschieden?
Sehr viel mehr kam nicht in Frage, da sich ja angestellte Tierärzte nicht gewerkschaftlich organisieren können. Dies liegt daran, dass ein Arbeitnehmerverband, also als Gewerkschaft, als Gründungsvoraussetzung  einen Arbeitgeberverband benötigt, um überhaupt Tarifverhandlungen führen zu können. In der Tiermedizin gibt es aber bislang weder öffentliche noch private Träger. Zudem benötigt man für eine Gewerkschaft 2/3 der angestellten Tierärzte Deutschland als Mitglieder hinter sich.  Leider war es auch nicht möglich, die Satzung des bvvd zu übernehmen, nach der jeder Student, der an einer veterinärmedizinischen Hochschule in Deutschland studiert, automatisch Mitglied des bvvds ist.

Die Vereinsgründung hat sich dann auf dem Basistreffen Ende Januar 2016 in Hannover herauskristallisiert, damit wir unseren Mitgliedern auch eine Rechtssicherheit garantieren können. Sehr erfreulich war auch, dass einige der Anwesenden durchaus Interesse hatten, aktiv über eine normale Mitgliedschaft hinaus mitzuarbeiten. Daher haben wir uns zur Vereinsgründung entschlossen. In der Gründungsversammlung Anfang April 2016 wurde dann die Satzung abgestimmt, über Mitgliedsbeiträge diskutiert und Ziele definiert.

Wie viele Mitglieder haben Sie inzwischen, wo wollen Sie in welchen Schritten hin und wie hoch ist der Mitgliedsbeitrag?
Im September hatten wir 35 Mitglieder. Schön wäre, wenn es bis zum Ende des Jahres 100 wären. Außerdem gibt es noch eine Facebookgruppe, der etwa 2300 Personen angehören.
Unser jährlicher Mitgliedsbeitrag beträgt für angestellte TierärztInnen von 120 Euro, für Studenten 30 Euro/Jahr und für arbeitslose TierärztInnen  60 Euro/Jahr. Diese Beiträge werden jedoch hauptsächlich zur Selbstverwaltung benötigt.

Was bieten Sie Ihren Mitgliedern?
Die Grundidee ist nach wie vor der Interessensverband für angestellte Tierärzte. Aber wir sind aktuell auch auf der Suche nach Partnern, die betriebswirtschaftliche Veranstaltungen oder Veranstaltungen zur Verbesserung der Kommunikation von Tierärzten ermöglichen. Aber auch juristisch abgesicherte Musterarbeitsverträge, vergünstigte oder sogar kostenfreie Rechtsberatung für Mitglieder sowie eine kostenlose Rechtsschutzversicherung sind mittelfristig geplant. Außerdem werden wir die relevanten Gesetzestexte zur Regelung des Arbeitsverhältnisses und dem Arbeitsschutzes in den internen Mitgliederbereich stellen.

Was kokret sind die Ziele des Vereins?

Bessere Arbeitsbedingungen. Dies heißt konkret eine verlässliche Regelung der Arbeitszeiten und der Arbeitszeiterfassung, mehr familienfreundliche Arbeitsmodelle, denn die Tiermedizin ist eben inzwischen hauptsächlich weiblich, und schließlich auch bessere bzw. für die durchlaufene Ausbildung angemessene Anfangsgehälter sowie weiterführende Entlohnungsmodelle. Derzeit sind die gezahlten Gehälter zum Teil unterirdisch!
Als Erstes haben wir uns hier vorgenommen, alle Arbeitgeber über die dazu bestehenden Gesetze zu informieren, und was ihre Nichteinhaltung bedeutet. Außerdem wollen wir über das Thema Arbeitsbedingungen und Gehälter auch mit den anderen tierärztlichen Verbänden wie beispielsweise dem bpt sprechen. Ein erster Schritt ist eine Podiumsdiskussion zum Thema Arbeitsbedingungen in der Tierarztpraxis auf dem diesjährigen bpt-Kongress in Hannover. Diese wird am Freitag von 13.00-14.00 Uhr stattfinden und ist für alle Tierärztinnen und Tierärzte sowie für die Studierenden zugänglich. Denn gerade der Austausch zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern ist für ein besseres Verständnis und Miteinander unabdingbar.
Weiterhin  wollen wir auch den Tierbesitzer und die Öffentlichkeit über unsere Ausbildung und Arbeit informieren, um auch die Wertschätzung der Arbeit der Tierärzte zu verbessern.

Da haben Sie sich ja viel vorgenommen. Viel Erfolg dafür! Gern würden wir in einiger Zeit wieder mit Ihnen sprechen, wie sich die Dinge entwickelt haben.

 

Satzung und Beitragserklärung finden sich auf der Webseite des BaT unter www.bundangestelltertieraerzte.de


Links / Literatur

Bearbeitet von:
Dr. Julia Henning
Vetion - Team
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