Leitfaden klärt über Zuständigkeiten bei der Wildtierrettung auf
Frühlingszeit ist Jungtierzeit. Die engagierten Tierretter:innen haben aktuell viel zu tun. Über die Zuständigkeiten bei einer Wildtierrettung auf fremdem Grund und Boden klärt der aktuelle „Leitfaden Jungtierrettung“ des Tierparks Nordhorn auf.
Dieser beantwortet im Speziellen die wichtigsten Fragen rund um die Rettung von Gelegen von nicht jagdbaren Arten. Dazu gehören unter anderem Fasan, Stockente oder Rebhuhn. Bei den auf den zu mähenden Wiesen und Feldern gefundenen Gelegen, deren Anzahl nach Informationen des Tierparks in den vergangenen Jahren stark gestiegen ist, haben Jäger:innen ein Aneignungsrecht. Bei allen Nichtwildarten (z.B. Brachvogel, Kiebitz, etc.) ist die Aneignung verboten!
Es ist verboten, die Gelege dieser Arten zu zerstören oder zu entfernen. Die Jäger:innen bzw. andere Helfer:innen sind somit verpflichtet, diese zu kennzeichnen, so dass sie bei der Feldbearbeitung gesehen werden können. Bei der Feldbewirtschaftung müssen diese Areale dann von den Landwirt:innen ausgespart und geschützt werden. Diese Einschränkung müssen die Bewirtschafter:innen hinnehmen.
Diese und weitere Fragen werden im „Leitfaden Jungtierrettung“ beleuchtet, in der Hoffnung, mehr für Mensch und Tier zu erreichen.
Da gerade jetzt viele verletzte oder verwaiste Wildtiere in die Tierarztpraxis gebracht werden, bietet Myvetlearn.de eine vierteilige Kursreihe zu Wildtieren in der Praxis für Tierärzt:innen sowie eine separate Reihe für Tiermedizinische Fachangestellte an. Bei Buchung bis zum 12. April 2026 gilt auch auf diese Reihen ein Osterrabatt in Höhe von 15%.
Weitere ND-Ausbrüche in Brandenburg
Die hoch ansteckende Newcastle Disease (ND) breitet sich in Brandenburg weiter in den Geflügelbetrieben aus. In den ersten Tagen im April 2026 gab es bereits zwei Ausbrüche. Betroffen waren zunächst zwei Betriebe im Landkreis Dahme-Spreewald mit rund 120.000 Masthähnchen bzw. 30 Tieren in einer Kleinsthaltung. Nach Informationen des Landwirtschaftsministeriums in Potsdam ist das Virus zudem in weiteren Ställen eines bereits betroffenen Betriebs im Landkreis Spree-Neiße festgestellt worden. Hier mussten etwa 76.000 Tiere gekeult werden.
Am 4. April 2026 hat der brandenburgische Landkreis Oder-Spree einen weiteren ND-Ausbruch mit rund 75.000 Masthähnchen gemeldet. Insgesamt sind mit den Ausbrüchen 16 und 17 in Brandenburg bereits rund drei Millionen Geflügeltiere betroffen (Stand 7.4.2026).
Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) appelliert angesichts der starken Ausbreitung der Tierseuche an alle Geflügelhalter:innen, die regelmäßig durchzuführenden Pflichtimpfungen gegen ND in ihren Hühner- und Putenbeständen zu überprüfen und gegebenenfalls aufzufrischen. Das gelte auch für Halter:innen von Kleinstbeständen, so das FLI.
Darüber hinaus sollten Biosicherheitsmaßnahmen überprüft werden, die das Risiko eines Ein- und Austrags von Virus senken. Besonderes Augenmerk sollte dabei auf die Kontrolle von Personenkontakten bzw. den Austausch von Gegenständen gelegt werden.
Auf Myvetlearn.de finden Tierärzt:innen dazu eine entsprechende Online-Fortbildung.
ASP ist zurück in Sachsen
Seit dem 5. Februar 2026 galt Sachsen als frei von der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Da hier seit genau einem Jahr kein weiterer ASP-Ausbruch mehr verzeichnet worden war, entsprach die EU dem Antrag des Freistaates auf Aufhebung der Restriktionszonen. Keine zwei Monate später ist die Tierseuche erneut in Sachsen bei einem Wildschwein nachgewiesen worden.
Ende März 2026 war ein Wildschwein in den Königshainer Bergen verendet aufgefunden worden, das mit dem das Virus infiziert war. Nach Informationen der Landesuntersuchungsanstalt Sachsen werde aktuell geprüft, ob es sich um einen Neueintrag handelt. Speziell ausgebildete Hunde und Drohnen haben mit der Suche nach weiterem Fallwild begonnen. Zudem ist der bereits gestartete Rückbau der Zäune im Umkreis von 10 Kilometern um den Fundort im Landkreis Görlitz unterbrochen worden.
„Der erneute Fall trifft uns hart, aber nicht unvorbereitet. Wir wollten eigentlich gerade allen an der erfolgreichen ASP-Bekämpfung Beteiligten unseren Dank aussprechen. Doch wir beginnen nun nicht bei Null. In den letzten fünfeinhalb Jahren haben wir viel Erfahrung im Umgang mit dieser Tierseuche gewonnen. Gemeinsam mit den regionalen Veterinärbehörden, den Jägern und Landwirten sind wir ein eingespieltes Team. Auf dieses enge Miteinander vertrauen wir erneut, um eine Ausbreitung dieser Tierseuche von dem neuen Fundort aus zu verhindern“, erklärte die für Tierseuchenbekämpfung zuständige Sozialministerin Petra Köpping.
StIKo Vet gegen Impfung von Hunden gegen Aujeszky‘sche Krankheit
Ende November 2025 ist bei zwei Jagdhunden nach einer Drückjagd im Landkreis Ludwigslust-Parchim (Mecklenburg-Vorpommern) die Aujeszky‘sche Krankheit (AK) nachgewiesen worden. Die betroffenen Tiere mussten eingeschläfert werden. Mit großer Wahrscheinlichkeit hatten sich die beiden Hunde durch den Kontakt mit Wildschweinen infiziert.
Die Aujeszkysche Krankheit, auch Pseudowut genannt, verläuft bei Hunden fast immer tödlich und ist nicht heilbar. Infizierte Tiere zeigen Symptome wie starken Juckreiz und Speichelfluss sowie eine große Unruhe und Erregbarkeit. Neben Hunden können sich auch Katzen und in seltenen Fällen auch Wiederkäuer infizieren.
Der Fall hat nun eine erneute Diskussion um die Impfung von Hunden gegen die Krankheit entfacht, wie das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf seiner Internetseite mitteilt.
Während die AK in den 1990er Jahren durch die konsequente Impfung mit einem Markerimpfstoff und die Keulung der mit dem Feldvirus-infizierten Bestände in der Hausschweinpopulation getilgt werden konnte, tritt die Krankheit nach wie vor bei Wildschweinen in Deutschland auf. Besonders für Jagdhunde besteht die Gefahr einer Infektion, wenn die Tiere Zugang zum Aufbruch oder rohem Fleisch erhalten oder nach oronasalem Kontakt mit Sekreten an Gebräch, Pinsel und Rauschknospe.
Das FLI warnt ausdrücklich davor, Hunde mit einem für Schweine zugelassenen Lebendimpfstoff gegen AK zu vakzinieren, da die Impfung bei Schweinen einen zuverlässigen Impfschutz bewirkt, beim Hund hingegen eine vollständige Ausprägung des Krankheitsbildes verursachen kann. Diese Gefahr besteht bei der Anwendung von Inaktivatimpfstoffen nicht, vermittelt aber auch keinen sicheren Impfschutz, wie Impfversuche in der Vergangenheit gezeigt haben.
Gemäß der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA gibt es in Europa keinen für Hunde zugelassenen AK-Impfstoff. Grundsätzlich könne aber nach Artikel 112 der Europäischen Tierarzneimittelverordnung in Eigenverantwortung jeder beliebige, in der EU zugelassene AK-Inaktivatimpfstoff für den Hund umgewidmet werden.
Die Impfung von Hunden gegen AK mit einem der verfügbaren, inaktivierten Vollvirusimpfstoffe wird von der StIKo Vet jedoch nicht empfohlen, da diese allenfalls eine marginale Schutzwirkung entfaltet. So weist das Institut darauf hin, der einzige Schutz gegen eine Infektion von Jagdhunden ist, die Tiere nach Jagd oder Ausbildung vom Streckenplatz und von potentiell infektiösem Material (Aufbruch und Pirschzeichen) fernzuhalten.
Bewerbung für Deutschen Tierschutzpreis ab sofort möglich
Der Deutsche Tierschutzbund hat erneut den Deutschen Tierschutzpreis ausgeschrieben. Die Bewerbungsphase läuft seit 1. April 2026. Noch bis zum 17. Mai 2026 können sich im Tierschutz engagierte Bürger:innen, Vereine oder Initiativen für den Preis, der bereits zum 22. Mal verliehen wird, bewerben oder von anderen vorgeschlagen werden. Eine Bewerbung bzw. die Nominierung anderer ist über das Online-Formular auf der Website des Tierschutzbundes möglich.
„Mit dem Deutschen Tierschutzpreis zeichnen wir ehrenamtlich engagierte Menschen aus, die ihre Zeit, ihre Energie, ihr Herz und auch ihr Geld für die geben, die selbst keine Stimme haben. Es sind Persönlichkeiten, die für die Tiere kämpfen, trotz aller Widrigkeiten nicht aufgeben und damit zu Vorbildern werden“, betont Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.
Der Gewinnerin bzw. dem Gewinner winken 6.000 Euro Preisgeld. Weitere Preise im Wert von jeweils 3.000 Euro, werden zusätzlich in den Kategorien „Lebenswerk“, „Publikumspreis“ und „Stimme für die Tiere“ sowie „Nachwuchs“ verliehen.
Osterreiseverkehr: Vorsicht vor Einschleppung von Tierseuchen
Rund um die Osterfeiertage ist mit einem steigenden Reiseaufkommen innerhalb der Länder sowie in andere Länder zu rechnen. Damit wächst auch das Risiko, Tierkrankheiten einzuschleppen. Besonders die Mitnahme lebender Tiere sowie tierischer Produkte birgt erhebliche Gefahren für die Tier- und öffentliche Gesundheit, warnt das österreichische Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz.
Tierschutz- und Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig warnt: „Gerade in der Osterreisezeit müssen wir Verantwortung für unsere Tiere und die Gesundheit der Menschen übernehmen. Die Einschleppung gefährlicher Tierkrankheiten wie Tollwut, Maul- und Klauenseuche oder Afrikanische Schweinepest kann schwerwiegende Folgen für ganz Österreich haben. Bitte informieren Sie sich über geltende Vorschriften, bevor Sie mit Tieren reisen oder tierische Produkte mitbringen.“
Vor allem in Regionen nahe der EU-Außengrenzen tritt Tollwut weiterhin vermehrt auf. Da es sich hierbei um eine lebensbedrohliche Erkrankung handelt, die auch auf den Menschen übertragbar ist, dürfen keinesfalls Tiere – insbesondere Welpen – ohne die zuständigen Behörden zu informieren aus dem Ausland mitgenommen werden. Diese verfügen häufig nicht über den erforderlichen Impfschutz. Infektionen ziehen zudem umfangreiche behördliche Maßnahmen wie Abklärungen, Quarantäneanordnungen sowie Schutzmaßnahmen für Kontaktpersonen und andere Tiere nach sich. Zum Schutz von Mensch und Tier wird daher empfohlen, sich grundsätzlich vor Reisen umfassend über Einreisebestimmungen zu informieren und erforderliche Dokumente mitzuführen.
Auch Nutztierkrankheiten (wie z.B. die Maul- und Klauenseuche, die Afrikanische Schweinepest, oder Schaf- und Ziegenpocken) erfordern erhöhte Aufmerksamkeit: Diese stellen eine massive Gefahr für den österreichischen Tierbestand dar und können in weiterer Folge beträchtliche wirtschaftliche Schäden verursachen. Die Einschleppung erfolgt nicht nur durch lebende Tiere, sondern kann auch über mitgebrachte Fleischprodukte erfolgen.
Besondere Vorsicht ist daher bei tierischen Lebensmitteln geboten: Fleisch, Milchprodukte oder ganze Tierkörper können Krankheitserreger enthalten, die zur Verbreitung von Seuchen beitragen. Auf die Mitnahme lebender Tiere sowie tierischer Produkte aus dem Ausland sollte daher nach Möglichkeit verzichtet werden.
All das gilt selbstverständlich nicht nur für Österreich, sondern trifft auch auf Deutschland sowie andere EU- und Nicht-EU-Länder zu.
An Zeckenschutz für Mensch und Tier denken
Wenn im Frühjahr die Temperaturen steigen, werden auch Zecken wieder aktiv und stellen ein zunehmendes Risiko für Hundehalter:innen und ihre Tiere dar. Bereits bei anhaltenden Temperaturen ab etwa 7 bis 10 Grad erwachen Holzbock und andere Zeckenarten aus ihrer Winterruhe und können gefährliche Krankheitserreger wie Borreliose oder Babesiose übertragen. Daher ist es besonders wichtig, Hunde nach jedem Spaziergang gründlich zu kontrollieren. Das sorgfältige Absuchen des Fells gilt als eine der wirksamsten Schutzmaßnahmen, da festgesaugte Zecken so frühzeitig entdeckt und entfernt werden können.
Typische Stellen, an denen sich Zecken bei Hunden festsetzen, sind Achseln, Ohren, Hals, Zwischenräume der Zehen sowie die Leistenregion. Werden Parasiten entdeckt, sollten sie möglichst schnell und fachgerecht mit einer Zeckenzange oder einem Haken entfernt werden, indem man sie nah an der Haut greift und gleichmäßig herauszieht.
Um das Risiko eines Zeckenbefalls zu reduzieren, empfiehlt es sich außerdem, beim Gassigehen bestimmte Bereiche zu meiden. Hohes Gras, dichtes Unterholz, verwilderte Wegränder sowie Laub- und Gebüschzonen sind typische Aufenthaltsorte der Parasiten. Wer auf den Wegen bleibt, den Hund in solchen Gebieten kurz führt und auf Spiele im Randbewuchs verzichtet, kann die Wahrscheinlichkeit eines Befalls deutlich senken. Im übrigen auch für sich selbst, denn Zecken stechen auch Menschen, wobei sie auch auf sie gefährliche Krankheitserreger übertragen können, wie Borrelien oder das Frühsommer-Meningoenzephalitis Virus (FSME). Deshalb sollte man auch sich nach dem Spaziergang, dem Aufenthalt im Garten oder Park oder auch dem Ostereiersuchen gründlich absuchen. Insbesondere die Nymphenstadien der Zecken sind sehr klein und werden gerne übersehen.
Hunde und Katzen sollte man außerdem mit einem für die/den Tierärzt:in zugelassenen, wirksamen Zeckenschutzmittel schützen. Die Tierarztpraxis berät hier gern.
Menschen können sich durch eine Impfung zumindest vor einem fatalen Ausgang der FSME schützen.
Insgesamt gilt: Eine Kombination aus aufmerksamem Verhalten, regelmäßiger Kontrolle und gezielter Vorsorge schützt sowohl Hunde als auch ihre Halter:innen wirksam vor Zecken und den von ihnen übertragenen Krankheiten.
Hunde vor Fuchsräude schützen
Mit den warmen Temperaturen, die der Frühling voraussichtlich in den kommenden Tagen mitbringt, steigt auch das Risiko, dass sich die Fuchsräude (Sarcoptes-Räude) verbreitet. Die hochansteckende Krankheit, die durch Grabmilben (Sarcoptes scabiei) hervorgerufen wird, befällt in erster Linie Füchse, Waschbären und Steinmarder. Aber auch für Hunde und Katzen besteht ein großes Risiko, sich durch den Kontakt mit befallenen Füchsen, deren Bauen oder Kadavern anzustecken.
In Deutschland ist die Fuchsräude weit verbreitet, in einigen Regionen mit einer sehr dichten Fuchspopulation, wie zum Beispiel in Baden-Württemberg, gibt es eine Häufung von Fällen. Die Behörden im Landkreis Konstanz bekommen immer wieder Meldungen zu auffälligen oder verendeten Füchsen, insbesondere in der Nähe von Siedlungen, sagt das Landwirtschaftsministerium in Stuttgart. Auch innerhalb des Ortenaukreises seien die Schwarzwaldtäler wie beispielsweise das Kinzigtal und Renchtal derzeit Schwerpunktgebiete, so ein Sprecher des dortigen Landratsamtes.
Erkrankte Füchse können Symptome wie Fellverlust (besonders an Rute und Rücken), blutig gekratzter Haut, Apathie sowie Verlust der Scheu zeigen. Befallene Hunde leiden ebenfalls unter massivem Juckreiz und Hautentzündungen. Um zu verhindern, dass sich Hunde anstecken, sollten Halter:innen ihre Vierbeiner möglichst von Fuchsbauten fernhalten und vor allem in betroffenen Gebieten anleinen. Bei Verdacht sollte sofort ein:e Tierärzt:in aufgesucht werden, da die Krankheit unbehandelt schwer verläuft.
Gerade in der Paarungszeit der Füchse besteht laut Ministerium ein besonders hohes Risiko, dass sich die Krankheit ausbreitet. Jedoch sei keine außergewöhnliche Häufung im Vergleich zu den Vorjahren zu beobachten.
Aufzeichnung des FLI-Webinars zur ND jetzt verfügbar
Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat am 24. März 2026 anlässlich des anhaltenden Infektionsgeschehens bei der Newcastle-Krankheit (ND) und der Geflügelpest (HPAI) ein Webinar für Geflügelhaltende und Tierärzt:innen angeboten. Dieses war mit 1.000 Teilnehmenden ausgebucht. Nun steht die Aufzeichnung des Webinars online zur Verfügung.
Einige Fragen blieben trotz intensiver Frage und Antwort-Runde offen, diese werden noch beantwortet und baldmöglichst ebenfalls auf der Themenseite zur Newcastle-Krankheit zur Verfügung gestellt. Dort sind auch Antworten auf häufige, grundlegende Fragen (FAQ) sowie ein Merkblatt zu ND zu finden.
Biozid verantwortlich für massive Bienenverluste in der Schweiz
Wegen einer Häufung von Bienenverlusten in der Schweiz im Jahr 2025 hat der Bienengesundheitsdienst (BGD) sieben Bienenproben analysiert, die auf Vergiftungen hindeuteten. In einer der Proben konnten die Expert:innen eine schwere akute Vergiftung durch ein Biozid nachweisen, die auf dem Wirkstoff Thiamethoxam und dessen Abbauprodukt Clothianidin zurückzuführen ist. Die Vergiftungserscheinungen waren bei drei Bienenvölkern eines Imkers festgestellt worden, die zu einer hohen Sterblichkeit bei den Bienen geführt hat.
Diese Wirkstoffe sind laut Angaben des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) in sechs Biozidprodukten enthalten, die für die professionelle Insektenbekämpfung verwendet werden. Einige dieser Produkte dienen der Abwehr von Fliegen und enthalten Zucker als Lockstoff, der wiederum auch Bienen anlockt.
Auch wenn aktuell aufgrund des Wegfalls zahlreicher Insektizide kaum Vergiftungen bei Bienen nachgewiesen werden, empfiehlt Simon Gisler vom BGD, die Entwicklung dennoch im Auge zu behalten. Denn es gäbe eine hohe Nachfrage nach neuen Insektiziden, für die möglicherweise auch vereinfachte Zulassungen gelten, so Gisler.
Nach Informationen des BGD konnte in vier Proben zudem eine außergewöhnlich hohe Virenbelastung festgestellt werden. Dass in mehreren Fällen auch schwarze, haarlose Bienen festgestellt wurden, lasse auf das Chronische Bienen-Paralyse-Virus (CBPV) schließen, so der BGD. CBPV ist eine ansteckende Viruserkrankung bei adulten Honigbienen, die zu zitternden, flugunfähigen, schwarzen, haarlosen Bienen und massivem Totenfall vor dem Flugloch führt.
ASP bleibt globale Bedrohung für Schweinehaltung
Seit 2022 sind rund 2,44 Mio. Hausschweine aufgrund der Afrikanischen Schweinepest (ASP) weltweit verendet oder wurden gekeult. Entsprechend bleibt die ASP ein zentrales Risiko für die globale Schweinehaltung.
Wie die Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH) angibt, sei Europa mit rund 1,63 Mio. Tieren, gefolgt von Asien (661.000), Afrika (136.000) und Amerika (Dominikanische Republik und Haiti) mit 9.400 Tieren am stärksten betroffen. Asien habe dabei mit 7.500 die meisten Ausbrüche, Europa mit 689.000 die höchsten Fallzahlen. Die Zahl der Ausbrüche bei Hausschweinen beträgt hier 5.360. Neben Hausschweinen waren und sind vor allem Wildschweine betroffen. Insgesamt wurden rund 46.600 Fälle registriert – nahezu vollständig in Europa.
Die WOAH empfiehlt konsequente Maßnahmen wie verbesserte Biosicherheit, funktionierende Frühwarn- und Meldesysteme sowie mehr Sensibilisierung entlang der Wertschöpfungskette.
Studie soll psychische Belastung in der Landwirtschaft untersuchen
Die psychische Belastung von Landwirt:innen nimmt merklich zu. Neben den wirtschaftlichen und klimatischen Unsicherheiten wachsen auch die persönliche Sorgen um die Existenz. Diese werden durch eine hohe Arbeitslast, wachsende Bürokratie sowie geringe Wertschätzung in der Gesellschaft verstärkt. Die Folge sind eine Häufung von Burn-Outs in der Branche und hohe Raten von Depressionen, Ängsten und Suizidgefährdung.
Um angemessene Hilfsangebote und Präventionsmaßnahmen zu entwickeln, hat sich die Agrarministerkonferenz (AMK) bei ihrem letzten Treffen am 20. März 2026 intensiv mit dem Thema befasst. Im Vorfeld hatte der Bund die Durchführung und die Finanzierung einer bundesweiten Datenerhebung zu Suizid und mentaler Gesundheit in der Landwirtschaft durch die AMK gefordert. Diese Daten sollen ein aktuelles Bild der Notlage sowie psychischen Belastungen der Landwirt:innen aufzeigen.
Ein mündlicher Zwischenbericht soll bereits zur Konferenz im Herbst 2026 vorgelegt werden, zur Frühjahrs-AMK 2027 könnte ein schriftlicher Bericht folgen.
Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdgesetz beschlossen
Wie schon vorherzusehen war, hat der Bundesrat am vergangenen Freitag (27.03.2026) die Novelle des Bundesjagdgesetzes beschlossen. Das „Gesetz zur Änderung des Bundesjagdgesetzes und zur Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes" sieht vor, dass nicht nur Problemwölfe leichter zu entnehmen sind, sondern auch, dass Jäger:innen Wolfsbestände unter bestimmten Voraussetzungen aktiv regulieren können. Sobald feststeht, dass Wölfe Nutztiere gerissen haben, gelten die Beutegreifer nach dem neuen Bundesjagdgesetz als Problemwölfe und dürfen ganzjährig entnommen werden.
Die Zahl der Wolfspopulationen und der Risse von Nutztieren ist in den vergangenen Jahren gestiegen. So wurden im Jahr 2024 rund 4.300 Nutztiere, überwiegend Schafe und Ziegen, von den Raubtieren getötet.
Für alpine Regionen und an den Deichen gelten jedoch Ausnahmebestimmungen. So können die Länder, in denen kein günstiger Erhaltungszustand gilt, zur Vermeidung von Weidetierrissen nicht schützbare Weidegebiete ausweisen. In Regionen mit einem günstigen Erhaltungszustand sind die zuständigen Behörden künftig verpflichtet, revierübergreifende Managementpläne aufzustellen, die gewährleisten, dass trotz Jagd der günstige Erhaltungszustand des Wolfes erhalten bleibt.
Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer erklärt: „Niemand will den Wolf ausrotten, er hat sich bei uns als Teil der Tierwelt etabliert. Wenn aber Weidehaltung vielerorts schlicht nicht mehr stattfinden kann, haben wir einen klaren Handlungsauftrag. Künftig gibt es klare, praxistaugliche Regeln und Rechtssicherheit im Umgang mit dem Wolf. Ich freue mich, dass der Bundesrat meinem Gesetzentwurf zugestimmt hat – das ist ein guter Tag für alle Betriebe mit Weidehaltung." Der Deutsche Bauernverband (DBV) drängt nun auf eine zügige Bundesverordnung mit klaren Vorgaben zu Entnahmequoten, Weidegebietskriterien und Zumutbarkeit der Zäunung.
Nach fünf Jahren muss die Bundesregierung dem Deutschen Bundestag berichten, inwieweit sich die neuen Regelungen bewährt haben oder ob sie anzupassen sind.
Weitere ND-Ausbrüche in Brandenburg und Bayern
Die Newcastle-Krankheit (ND) greift weiet um sich. Insgesamt gibt es bereits 40 Ausbrüche in Brandenburg, Bayern und Berlin. Von aktuellen Ausbrüchen sind in Brandenburg besonders die Landkreise Dahme-Spreewald und Oder-Spree betroffen. In zwei großen Geflügelhöfen sowie in kleineren Geflügelhaltungen kam es in den vergangenen Tagen zu weiteren Ausbrüchen. In Brandenburg wurden insgesamt 26 Fälle bestätigt.
Der größte Legehennenbetrieb Deutschlands in Bestensee musste wegen der aktuellen Ausbrüche nun auch die letzten Tiere töten. Nach Angaben des brandenburgischen Landwirtschaftsministeriums sind sechs Stallanlagen mit jeweils etwa 40.000 Tieren von der Newcastle-Krankheit betroffen.
„Die Ereignisse der vergangenen Wochen erschüttern uns alle tief. Nun jetzt auch den letzten Stall des Geflügelbetriebes in Bestensee aufgeben zu müssen und die Tötung der Tiere anzuordnen, ist ein schwerer und schmerzlicher Schritt für uns alle", erklärt Stefan Wichary, Beigeordneter und Dezernent für Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Landkreises Dahme-Spreewald.
Allein in seinem Landkreis ist die Zahl der gekeulten Tiere auf 1,36 Mio. gestiegen. Der Landkreis bittet daher weiterhin um erhöhte Wachsamkeit: Auch in geimpften Beständen sollten Auffälligkeiten wie erhöhte Tierverluste oder Leistungseinbrüche unverzüglich untersucht werden, um eine weitere Ausbreitung frühzeitig zu verhindern.
In Bayern ist die Zahl der ND-Ausbrüche ebenfalls auf 14 gestiegen: In Gangkofen (Landkreis Rottal-Inn) wiesen die Behörden ND in einem dritten Geflügelbetrieb mit insgesamt 23.000 Masthähnchen nach, die alle getötet werden mussten.
Earth Hour als Appell für den Klimaschutz
Zum 20. Mal bereits wird am morgigen Samstag (28.03.2026) von 20.30 Uhr für eine Stunde auf der ganzen Welt das Licht ausgeschaltet. Neben Wahrzeichen bleiben auch zahlreiche Unternehmen und Gebäude für 60 Minuten dunkel. Jede:r kann mitmachen und damit die Zahl der Teilnehmenden erhöhen, die gemeinsam ein Zeichen für den Klimaschutz setzen.
Die Earth Hour 2026 rückt auch in diesem Jahr den Klimawandel und die damit einhergehenden Probleme in den Mittelpunkt. Denn trotz eventuell bevorstehender neuer Temperaturrekorde und Extremwetterereignisse erhalten andere Weltereignisse weit mehr Aufmerksamkeit als die Klimakrise.
„Der Klimaschutz gerät angesichts anderer globaler Herausforderungen immer wieder in den Hintergrund. Deshalb ist die Earth Hour wichtig: Sie rückt das Thema in den Mittelpunkt. Ich freue mich, wenn viele Kölnerinnen und Kölner mitmachen und wir ein gemeinsames Zeichen für das Klima setzen“, erklärt Torsten Burmester, neuer Oberbürgermeister der Domstadt. Auch die Stadt Köln beteiligt sich zum wiederholten Male an der Earth Hour und schaltet von 20.30 bis 21.30 Uhr die Beleuchtungen des Kölner Doms, an der Hohenzollernbrücke und an den zwölf romanischen Kirchen ab.
Es gibt auch für Privatleute vielfältige Möglichkeiten, sich an dieser besonderen Aktion zu beteiligen. Der WWF Deutschland hat auf seiner Website einige Tipps zusammengestellt.
Baden-Württemberg startet ASP-Früherkennungsprogramm
Im September 2020 ist erstmals in Deutschland die Afrikanische Schweinepest (ASP) bei einem Wildschwein nachgewiesen worden. Seit inzwischen fünfeinhalb Jahren hat sich die für Schweine hochansteckende Tierseuche in vielen Bundesländern ausgebreitet.
Dank umfassender Präventionsmaßnahmen ist das Land Baden-Württemberg bislang von massiven ASP-Ausbrüchen verschont geblieben, wie Landwirtschaftsminister Peter Hauk erklärt. Hier ist jetzt auch ein neues Früherkennungsprogramm gestartet, um unter anderem Erregereinträge in Schweinebestände zu verhindern. Im Fokus des Programms stehen regelmäßige Betriebsinspektionen und eine Verstärkung der Biosicherheitsmaßnahmen.
„Mit der Teilnahme am Früherkennungsprogramm ASP verpflichten sich schweinehaltende Betriebe zur Einhaltung bestimmter Voraussetzungen, wie eine regelmäßige Betriebsinspektion, verstärkter Biosicherheitsmaßnahmen oder regelmäßiger ASP-Erregeruntersuchungen. In der Folge erhalten diese Betriebe einen Status, der sie in die Lage versetzt, auch bei Einrichtung von Sperrzonen ohne Zeitverzug Tiere zu verbringen. Weitere Vorteile, die sich aus der Teilnahme am Programm ergeben, sind auch die Früherkennung eines eventuellen Seuchengeschehens und, durch die verstärkten Biosicherheitsmaßnahmen, auch die Verhinderung des Eintrags der Seuche in Schweinebestände“, so Hauk.
Das europäische Tiergesundheitsrecht verbietet das Verbringen von Schweinen aus Betrieben, die in einer ASP-Sperrzone liegen, zunächst grundsätzlich. Ausnahmen bestehen für Betriebe, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen. „Schweinehaltende Betriebe, die an dem Früherkennungsprogramm ASP teilnehmen, erfüllen die entsprechenden Voraussetzungen und können Schweine ohne zeitliche Verzögerung aus der Sperrzone verbringen. Nur so können Schweinehalter erhebliche wirtschaftliche Verluste wirksam verhindern“, sagt der Minister.
Das Früherkennungsprogramm besteht einerseits aus Betriebsinspektionen, die in dreimonatigem Abstand im schweinehaltenden Betrieb zwecks Überprüfung der Biosicherheit durchgeführt werden. Außerdem werden sogenannte Falltiere regelmäßig an den Untersuchungsämtern des Landes untersucht. Zusätzlich können Schweinehalter:innenn beim Einstieg in das Verfahren die Beratung des Schweinegesundheitsdienstes in Anspruch nehmen. Die Kosten für diese Beratung übernimmt das Land.
Für Tierärzt:innen bietet Myvetlearn.de die Online-Fortbildung Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung – Schweinebestände an.
Dänische Schweinehaltung in der Kritik
Dänemark gehört weltweit zu den führenden Exporteuren von Schweinen und Schweinefleisch. Gemäß der aktuellen Zahlen des dänischen Statistikamtes wurden zum Stichtag am 1. Januar 2026 in Dänemark insgesamt 12,3 Millionen Schweine gehalten. Im Gegensatz zu anderen EU-Staaten hat das skandinavische Land seine Schweinehaltung im Vergleich zu den Vorjahren weiter ausgebaut.
Die intensive Haltung steht aber immer wieder im Mittelpunkt von politischen und gesellschaftlichen Diskussionen. Im Rahmen des dänischen Wahlkampfes forderte eine breite Allianz aus mehreren Umwelt- und Tierschutzorganisationen erneut eine Neuausrichtung der Schweinehaltung, die das Ziel der Bestandsreduzierung sowie weniger negative Auswirkungen auf die Umwelt hat.
„Wir stellen fest, dass mehrere Parteien eine Reduzierung des gesamten Schweinebestands in Dänemark anstreben“, erklärte Jeppe Bloch Nielsen, Vorsitzender des Verbandes der dänischen Schweineproduzenten, daraufhin. Der Verband reagierte und hat ein Ausstiegsprogramm ins Spiel gebracht. Grundsätzlich kritisiert der Verband, dass das schlechte Image der dänischen Schweinebranche das Ergebnis falscher Aussagen und unwahrer Behauptungen verschiedener politischen Parteien sei.
„Wenn es nun einmal so ist, dass man in Dänemark keine Schweineproduktion mehr wünscht, dann müssen wir uns darauf einstellen und uns darauf konzentrieren, wie wir mit dieser Situation bestmöglich umgehen“, so Bloch Nielsen weiter. Ziel des nun vorgelegten Vorschlags sei es, den gesamten Schweinebestand anzupassen, ohne dabei finanzielle Unsicherheit und psychologischen Druck auf die Schweineproduzenten und ihre Familien auszuüben.
Dieser Vorschlag wird jedoch von dem dänischen Fachverband der Land- und Ernährungswirtschaft (L&F) nicht unterstützt. Der frisch ins Amt gewählte Vorsitzende der L&F-Sektion für Schweine, HC Gæmelke, plant, die heimische Produktion weiterzuentwickeln und in Verbesserungen zu investieren.
Mitmachaktion gegen das Leid von Straßenkatzen
Der Frühling ist in Deutschland angekommen. So wird es auch bald wieder eine Flut von Katzenkitten geben, die von Straßenkatzen abstammen. Nahezu alle dieser auf der Straße geborenen „Frühjahrskätzchen“ sind krank, mehr als ein Drittel sogar schwer, wie der Deutsche Tierschutzbund mahnt. Unzählige Jungkatzen sterben unbemerkt oder werden in die ohnehin überfüllten Tierheime gebracht.
„Solange die Bundesregierung nicht handelt, werden Leid und Tod weitergehen“, kritisiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, und erneuert mit Nachdruck seine Forderung nach einer bundesweiten Kastrationspflicht für Freigängerkatzen. Nur so ließe sich das unermessliche Leid verringern, so Schröder. Denn die mehr als zwei Millionen Straßenkatzen in Deutschland stammen ursprünglich von unkastrierten Freigängerkatzen ab.
„Viele leiden unter Infektionskrankheiten wie Katzenschnupfen, Unterernährung oder Parasitenbefall“, erklärt Dr. Dalia Zohni, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Ein Überleben sei nur mit einer tierärztlichen Versorgung möglich, so Zohni weiter. Tierheime und Tierschutzvereine, die sich der Straßenkatzen annehmen, trügen dabei die Hauptlast.
Forster-Steinberg-Stiftung zeichnet Tierschutzprojekte aus
Alle zwei Jahre zeichnet die 2019 gegründete Forster-Steinberg Stiftung akademische Abschlussarbeiten, besondere Leistungen im Tierschutz sowie Forschungen, die dem ethischen 3R-Prinzip verpflichtet sind, aus.
Bereits im Februar 2026 wurden vier Preisträgerinnen mit dem Forschungspreis 2025/26 ausgezeichnet. Für ihr Universitäres Strategiemodell zur 3R-Implementierung (UNI3R) erhielten Herwig Grimm und Kerstin Auer (beide Vetmeduni Wien) sowie Anna-Caroline Wöhr und Helen Louton (beide LMU München) den diesjährigen Forster-Steinberg-Preis.
Einer der Studierendenpreise der Stiftung ging in diesem Jahr an die Münchener Doktorandin Katja Schmitt für ihre Dissertation „Wildtier gefunden – Was tun?“ – ein interaktives, multimediales Tutorial für die Öffentlichkeit und Polizei, Feuerwehr und sonstige Einsatzkräfte. Ebenfalls wurden Dominik Hajosi und Jennifer Rao (beide Vetmeduni Wien) für ihre Dissertation bzw. Masterarbeit mit dem Forster-Steinberg-Studierendenpreis ausgezeichnet.
Die Forster-Steinberg-Stiftung fördert die ausgezeichneten Projekte in einer Gesamthöhe von über 300.000 Euro.
Versuchstierkunde und Tierschutz weiter zusammen führen
Seit dem vergangenen Semester wird Versuchstierkunde und Tierschutz in einem neuen Lehrstuhl an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) weiter gestärkt. Hiermit sollen sowohl die artgerechte Haltung verbessert als auch der bewusste Einsatz von Versuchstieren gestärkt werden. Grundsätzlich arbeiten die Wissenschaftler:innen nach dem sogenannten 3R-Prinzip, welches als ethischer Grundsatz auch für die Forschung unter Einsatz von Versuchstieren gilt.
„Aktuell sind Tierversuche etwa in der biomedizinischen Forschung noch essenziell. Meine Aufgabe sehe ich darin, die Kolleginnen und Kollegen bestmöglich dabei zu unterstützen, das 3R-Prinzip umzusetzen“, erklärt Professor Jan Baumgart, der den neuen Lehrstuhl leitet.
An der Würzburger Uni möchte Baumgart gern sein umfangreiches Wissen zu Haltung und Vorbereitung Versuchstieren weitergeben. „Auch Versuchstiere kann man trainieren. Dadurch mindert man ihren Stress, bestimmte Schritte – zum Beispiel Sedierung – fallen weg. Im Endeffekt wird der Tierversuch für das Einzeltier weniger belastend und es werden dadurch weniger Tiere benötigt“, so der Experte.
Mit Hilfe von Vorträgen und Fortbildungen sowie dem Aufbau einer Arbeitsgruppe sollen die jungen Forschenden diverse Möglichkeiten für das Networking erhalten. Dieses sei wichtig, um neueste Entwicklungen zu verfolgen und selbst anzuwenden. Neben der stetigen Forschung an Alternativen und Verbesserungen sieht Baumgart besonders eines als unersetzlich im Umgang mit Tierversuchen: Transparenz. „Mir ist äußerst wichtig, immer zu zeigen, dass wir nichts verheimlichen. Als Forschende müssen wir uns der Sensibilität des Themas Tierversuche extrem bewusst sein. Wir brauchen höchste Standards, die wir stetig prüfen, verbessern und auch für die Öffentlichkeit zugänglich machen“, sagt der Veterinärmediziner abschließend.
Gemeinsam mit dem Institut für Tierschutz, Tierverhalten und Versuchstierkunde des Fachbereichs Veterinärmedizin der Freien Universität Berlin sowie der Akademie für tierärztliche Fortbildung veranstaltet Myvetlearn.de vom 24.-26. September 2026 die nächste Online-Fortbildung für Tierärztinnen und Tierärzte zur Qualifikation als Tierschutzbeauftragte. Weitere Informationen zum Programm und der Anmeldung folgen in Kürze.
Wildbienen sind Hauptwirte für Bienenvirus
Das Akute Bienenlähmungs-Virus befällt Honigbienen. Die infizierten Insekten verlieren innerhalb kürzester Zeit die Fähigkeit zu fliegen, zittern und sterben innerhalb weniger Tage. Ein Befall mit dem Erreger kann zu einem raschen Zusammenbruch eines ganzen Volkes führen.
Das hauptsächliche Wirtsinsekt ist jedoch nicht die Honigbiene selbst, sondern die Steinhummel. Das ist das Ergebnis einer Feldstudie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und der Georg-August-Universität Göttingen. Demnach können auch Wildbienen Wirte für Viren sein und damit theoretisch zur Infektion von Honigbienen beitragen.
Wahrscheinliche Übertragungsorte des Akuten Bienenlähmungs-Virus sind blühende Wiesen im Sommer, auf denen Honigbienen, Wildbienen und andere Insektenarten zusammentreffen. „Dort kommen die Insekten auf der Suche nach Nahrung mit eventuell virenbelastetem Material in Kontakt, zum Beispiel Pollen und Nektar“, sagt der Biologe Prof. Dr. Robert Paxton von der MLU.
Die Forschenden haben Daten an 32 Standorten in Niedersachsen und Hessen gesammelt und umfangreich ausgewertet. Mit Hilfe eines Virus-Screenings analysierten die Wissenschaftler:innen mehr als 1.700 Insekten, um herauszufinden, wie stark jede Art zur Verbreitung verschiedener Viren beiträgt. Die Forschenden berechneten für jede Kombination aus Virus und Bienenart punktgenau, wie leicht sich das Virus ausbreiten kann und wie stark jede Bienenart potenziell zur Verbreitung der Viren beiträgt. Unter anderem gelang es ihnen, drei bekannte Bienenviren und die wichtigsten Wirtsinsekten zu identifizieren.
Diese neuen Erkenntnisse könnten einen wichtigen Beitrag zur Vermeidung von Viruskrankheiten bei Insekten leisten.
Frankreich wertet Impfkampagne gegen HPAI als Erfolg
Bis zum Start des umfangreichen Impfprogramms in Frankreich im Oktober 2023 war das Land massiv von der hochpathogene Aviären Influenza (HPAI) betroffen. Nahezu 10 Millionen Stück Geflügel in rund 400 Nutzgeflügelhaltungen mussten wegen HPAI-Ausbrüchen gekeult werden.
Um besonders die hochpreisigen Enten vor der Infektion zu schützen, starteten die französischen Veterinärbehörden Anfang Oktober 2023 eine landesweite, für größere Bestände ab 250 Tieren verpflichtende Impfkampagne, bei der mehr als 95 Prozent der Enten vakziniert wurden. Insgesamt wurden bis Ende März 2024 rund 51 Millionen Impfdosen verabreicht. In der Regel impften die Tierhaltenden zweimal im Abstand drei Wochen.
Wie die aktuelle Auswertung der ersten sechs Monate zeigt, hat die Impfkampagne ihren Zweck erfüllt. Auch wenn nicht jede Infektion vermieden werden konnte, konnte die Impfung die schwersten Folgen mindern. Wie die zuständige Behörde mitteilt, seien zwischen 40 und 45% des Entenbestandes vor den schlimmsten Auswirkungen der Seuche geschützt gewesen. Trotzdem sei das Niveau ausreichend, um die Ausbreitung der Seuche zu bremsen, sofern die Betriebe die Vorgaben konsequent einhalten, heißt es abschließend.
ASP-Viren in südkoreanischem Schweinefutter entdeckt
Südkorea scheint die Afrikanische Schweinepest (ASP) nicht in den Griff zu bekommen. Seit Anfang 2026 wurde die hoch ansteckende Tierseuche in dem ostasiatischen Land bereits in 22 Betrieben nachgewiesen - in deutlich mehr Betrieben als im Vorjahr.
Die Situation wird aktuell noch durch die Entdeckung von ASP-Viren in Schweinefutter verschärft. Nach Information des Nachrichtenmagazins Korea Times geht die südkoreanische Regierung davon aus, dass Blutplasma eines infizierten Schweines in dem Futter verarbeitet worden ist. Die Regierung hat einen Rückruf und die Entsorgung der gesamten 490 Tonnen Futtermittel des entsprechenden Herstellers angeordnet. Sämtliche Chargen seien vernichtet worden, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern, wie das Landwirtschaftsministerium mitteilt.
Zudem hat die Regierung beschlossen, die Biosicherheitsmaßnahmen in Schweinezuchtbetrieben, Schlachthöfen und Futtermühlen deutlich zu verschärfen.
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BHV-1 im Kreis Kleve nachgewiesen
Nachdem der Kreis Kleve (NRW) gerade eine heftige Zeit mit zahlreichen Geflügelpestausbrüchen sowie 340.000 toten Tieren in Geflügelbetrieben hinter sich gebracht hat, ist hier nun eine neue Tierseuche nachgewiesen worden. Ein Rinderbetrieb in Keeken ist in der vergangenen Woche positiv auf das Bovine Herpesvirus (BHV-1) getestet worden. Neben dem Hauptbetrieb sind weitere Standorte auf der anderen Rheinseite betroffen. Insgesamt mussten 1.100 Tiere gekeult werden, um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden.
Innerhalb dieses Gebietes wurden zudem weitere Untersuchungen in den Rinderbeständen angeordnet. BHV-1 ist eine anzeigepflichtige Tierseuche und für Rinder hochansteckend. Das Virus wird von Tier zu Tier übertragen, aber auch indirekt über Geräte oder Menschen, die mit Tieren arbeiten. Daher appellieren die Veterinärbehörden an die Tierhalter:innen, ihre Biosicherheitsmaßnahmen zu überprüfen.
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NABU ruft zur Meldung von Zecken auf
Mit den steigenden Frühlingstemperaturen nimmt auch die Aktivität der Zecken zu. Neben den heimischen Blutsaugern verbreiten sich in Deutschland zunehmend auch neue Zeckenarten immer weiter aus, so auch die Wiesenzecken (auch als Auwaldzecke bekannt) und Schafzecke. Diese stammen ursprünglich aus wärmeren Regionen, fühlen sich hierzulande mehr und mehr heimisch.
Um gemeinsam die Verbreitung dieser Zeckenarten zu erforschen, ruft der Naturschutzbund NABU zu einer Mitmachaktion auf, bei der gefundene Zecken fotografiert und gemeldet werden sollen. Jede Meldung liefert Information zur Aktivität dieser Arten, ihrer Herkunft und welche Tiere sie befallen. Die gesammelten Daten können helfen, mehr über die Verbreitung und das Verhalten der Zeckenarten zu erfahren. „Wir möchten wissen, wie sich im Zuge des Klimawandels die geografische Verbreitung von Buntzecken und anderen Arten bundesweit und in Baden-Württemberg entwickelt“, erklärt Dr. Stefan Bosch, Mediziner und NABU-Aktiver.
Gemeinsam mit der Tierärztlichen Hochschule (TiHo) Hannover rufen die Naturschützer:innen daher alle Bürger:innen aktuell zur Unterstützung auf. Nach einem Fund sollten Interessierte sowohl die Ober- als auch die Unterseite der Zecke fotografieren und anschließend den Fund über das entsprechende Meldeportal melden. Die Zeckenart kann dort mithilfe von Informationen oder der Bestimmungshilfe zum Durchklicken bestimmt werden. Anschließend ist noch ein entsprechendes Meldeformular auszufüllen.
Newcastle-Krankheit im Berliner Zoo nachgewiesen
Die Newcastle-Disease (ND) breitet sich weiter in Deutschlands aus. Nachdem der bayerische Landkreis Rottal-Inn einen positiven ND-Nachweis in einem Geflügelbetrieb mit 15.000 Tiere gemeldet hat, ist die Zahl der bestätigten ND-Ausbrüche in Brandenburg inzwischen auf elf gestiegen.
Nun hat der Berliner Zoo ebenfalls einen ersten Fall der Newcastle-Krankheit gemeldet. Bei einem verendeten Wallichfasan ist die Krankheit nachgewiesen worden. Wie der Zoo berichtet, seien umgehend Maßnahmen zur Verhinderung weiterer Infektionen eingeleitet worden, unter anderem wurden weitere Vögel beprobt sowie Hygieneschleusen eingerichtet.
Entwicklung der Newcastle Disease besorgniserregend
Nachdem seit 1996 erstmals wieder in Deutschland die Newcastle Disease (ND) nachgewiesen worden ist, nimmt die Zahl der Ausbrüche stetig zu. Vor allem in Brandenburg gibt es trotz verpflichtender Impfung immer mehr Ausbrüche. Betroffen sind kommerzielle Geflügelbetriebe und Kleinhaltungen. Auch in Bayern gibt es Ausbrüche. Zuletzt ist die ND am 19.03.2026 in einem Masthähnchenbestand in Storkow (Landkreis Oder-Spree) mit rund 360.000 Tieren bestätigt worden. Insgesamt wurden mehr als 1,2 Millionen Tiere infolge der hochansteckenden Krankheit seit Ende Februar 2026 getötet.
Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) betrachtet die aktuelle Entwicklung als besorgniserregend und befürchtet weitere Ausbrüche. So appelliert das Gremium dringend an alle Halter:innen von Geflügel zu überprüfen, wann ihre Vögel das letzte Mal gegen ND geimpft wurden und im Zweifelsfall Wiederholungsimpfungen anzusetzen, bzw. besonders auf die turnusgemäßen Impfungen zu achten. Zudem müssen auch in Kleinbeständen Verdachtsmomente transparent kommuniziert werden, stellt die StIKo Vet fest. Um mögliche Erregereinschleppungen zu vermeiden, müssen geeignete Schutzmaßnahmen ergriffen werden.
Neben verstärkten Biosicherheitsmaßnahmen sei die Impfung eine zentrale Säule der ND-Seuchenkontrolle: In Deutschland gilt eine allgemeine ND-Impfpflicht für gehaltene Puten und Hühner. Dies umfasst alle Haltungsformen -kommerzielle, wie nicht-kommerzielle- vom ersten Huhn bzw. der ersten Pute an.
Massenkeulungen in Sibirien deuten auf MKS-Ausbruch hin – Behörden dementieren
Die russischen Behörden haben die Massenkeulung von Vieh angeordnet im sibirischen Nowosibirsk angeordnet. Der vermeintliche Grund: Fälle von Tollwut und Pasteurellose. Die fünf Bezirke Bagansky, Kupinsky, Cherepanovsky, Ordynsky und Karasuksky wurden unter Quarantäne gestellt.
Nach Informationen von Anwohner:innen erfolgten die Tötungen auch von gesunden Tieren ohne tierärztliche Untersuchungen und ohne ordnungsgemäße Genehmigungen. Offiziell werde lediglich von einer angeblich besonders gefährlichen Krankheit gewarnt. Die Landwirt:innen, die an der offiziellen Darstellung der Behörden zweifeln, fürchten um ihre Existenz.
Zur Eindämmung dieser nicht weiter benannten Krankheit hat die Regionalregierung nun den Notstand ausgerufen, um auch eine "effektive Koordination der Maßnahmen" zu ermöglichen und die Bewegung von Tieren einzuschränken, wie Landwirtschaftsminister Andrej Schindelow erklärt.
Der Widerstand gegen die drastischen Maßnahmen und die mangelnde Kommunikation unter den Tierhaltenden wächst täglich und lässt die Menschen auf die Straße gehen. So sollen Bewohner:innen Fahrzeuge blockiert haben, die zur Tötung der Tiere eingesetzt wurden. Auch soll es zu Konfrontationen mit Polizei und Behörden gekommen sein. Die Bäuer:innen zweifeln an der Darstellung von Behördenseite, denn sowohl Tollwut als auch Pasteurellose erfordern keine flächendeckende Tötung ganzer Tierbestände.
Die durchgeführten Maßnahmen haben eher den Anschein, dass es sich um Ausbrüche der hochansteckenden Maul- und Klauenseuche (MKS) handelt. Diese würde tatsächlich eine Tötung aller Tiere im Umkreis eines Ausbruchs erfordern. Hinweise darauf sehen Kritiker:innen unter anderem auch darin, dass auch Kamele getötet wurden - Tiere, die als Paarhufer ebenfalls für die MKS empfänglich sind. Die Behörden bestreiten jedoch einen MKS-Ausbruch. Ein möglicher Vertuschungsgrund könnten jedoch Handelsbeschränkungen sein. Kasachstan und Belarus sollen allerdings schon Importstopps aus Teilen Sibiriens verhängt haben.
Die Behörden reagieren bislang vor allem mit Druck: Neben Festnahmen wird laut dem Nachrichtenportal auch von Einschüchterungsversuchen der Landwirt:innen berichtet.
Parasitenprophylaxe: Bessere Aufklärung von Tierhaltenden notwendig
Am heutigen Freitag (20.3.2026) wird der World Parasite Awareness Day gefeiert. Die von verschiedenen Tiergesundheitsorganisationen und der Veterinärindustrie im vergangenen Jahr ins Leben gerufene Initiative soll das Bewusstsein für die Gesundheitsrisiken schärfen, die Parasiten für Haustiere und Menschen darstellen. Dabei können die Risiken durch konsequenten Schutz einfach verhindert werden.
Eine aktuelle Umfrage unter 6.500 Besitzer:innen von Katzen und Hunden auf der ganzen Welt ergab jedoch, dass mehr als ein Viertel der Befragten wenig oder gar nicht mit Parasitenrisiken vertraut ist. Hier scheint es einen erheblichen Bedarf für bessere Aufklärung und konsequentere Präventionsgewohnheiten zu geben. Drei Viertel der befragten Tierhaltenden wünschen sich klarere Empfehlungen zur Prävention.
Denn Flöhe, Zecken, Würmer und andere Parasiten können im schlimmsten Fall zu schweren und sogar lebensbedrohlichen Erkrankungen führen. Zecken gehören weltweit zu den am weitesten verbreiteten Ektoparasiten. Die Blutsauger können unter anderem Lyme-Borreliose, Babesiose oder Ehrlichiose übertragen.
Gemäß einer aktuellen Feldstudie von Boehringer Ingelheim wurden in 73 % der untersuchten Parks in deutschen Städten Zecken nachgewiesen, wobei im Frühjahr/Frühsommer deutlich mehr Zecken gefunden wurden als im Herbst. Der Gemeine Holzbock war die dominierende Art unter den identifizierten Zecken, die besonders häufig in Bereichen mit Büschen und Laubstreu gefunden wurden. Tierärzt:innen sind bei einem Großteil der Tierhaltenden die erste Anlaufstelle bei der Risikobewertung sowie der Empfehlung geeigneter Schutzmaßnahmen. Da Parasitenrisiken je nach Region, Saison und Lebensstil variieren, gewinnen individuelle Beratung, regelmäßige Kontrollen und der verantwortungsvolle Einsatz präventiver Lösungen durch Tierärzt:innen an Bedeutung.
Einzeltierbehandlung kann den Antibiotikaeinsatz drastisch reduzieren
Absetzdurchfall bei Ferkeln zählt nach wie vor zu den wichtigsten Ursachen für den Einsatz von Antibiotika in der Schweinehaltung. Besonders in der sensiblen Phase des Absetzens – meist im Alter von drei bis vier Wochen – kommt es häufig zu Durchfällen. Ursache sind vor allem Stress durch die Trennung von der Sau, die Umstallung und Durchmischung von Würfen sowie die Umstellung von Milch auf festes Futter.
In der Praxis erfolgt die Behandlung häufig als Herdenmedikation über das Trinkwasser, sodass nicht nur erkrankte, sondern ganze Tiergruppen antibiotisch behandelt werden. Studien zeigen jedoch, dass tatsächlich nur ein sehr geringer Anteil der Tiere behandlungsbedürftig ist. Durchschnittlich bräuchte nur ein 1% der Tiere eine tägliche Antibiotikagabe. Leichtere Durchfälle seien überwiegend selbstlimitierend und heilen ohne antibiotische Therapie bei guten Tageszunahmen aus.
Untersuchungen belegen, dass durch eine gezielte Einzeltierbehandlung anstelle der routinemäßigen Gruppenmedikation der Antibiotikaeinsatz um bis zu 70–75 % reduziert werden kann, ohne negative Auswirkungen auf Tiergesundheit oder Wachstum zu haben. Voraussetzung dafür ist eine konsequente und sorgfältige Tierbeobachtung, um erkrankte Tiere frühzeitig zu erkennen.
Das bedeutet für die Bestandsbetreuung: eine differenzierte, indikationsgerechte Behandlung ist in Hinblick auf das Resistenzrisiko der Bestandsmedikation vorzuziehen.




