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News

Verbände fordern wirtschaftlich tragfähige Tiermedizin

31. Juli 2026

In einer gemeinsamen Erklärung erneuern der Bundesverband praktizierender Tierärzte e.V. (bp ), der Verbund Unabhängiger Kleintierkliniken e.V. (VUK) und der Wirtschaftsverband Freier Großtierärzte GmbH (WFG) ihre Forderung einer verlässlichen tierärztlichen Gebührenordnung (GOT). Nur so könne eine Basis für faire Gehälter und gute Arbeitsbedingungen geschaffen werde, so die Verbände.

Hintergrund für die Forderung sind sie alarmierenden Zahlen, die aus der aktuellen Tierärztestatistik der Bundestierärztekammer hervorgeht. Demnach ist die Zahl der inhabergeführten Tierarztpraxis im vergangenen Jahr erneut gesunken. Aktuell gibt es in Deutschland noch 11.216 Praxen. Gleichzeitig ist die Zahl der Angestellten weiter gestiegen. Da immer weniger Tierärztinnen und Tierärzte den Schritt in die Selbstständigkeit wagen, sei die flächendeckende Versorgung im Klein- wie im Großtierbereich, vor allem in ländlichen Regionen, gefährdet. 

„Immer weniger Kolleginnen und Kollegen wagen die eigene Niederlassung. Deshalb brauchen wir bei der gerade laufenden Evaluation der tierärztlichen Gebührenordnung (GOT) das richtige Augenmaß, das die tatsächlichen Kosten abbildet und so sichere Arbeitsplätze und eine flächendeckende Versorgung erhält“, erklären Heiko Färber (bpt), Oliver Volin (VUK) und Dr. Stefan von Rüden (WFG), die Geschäftsführer der drei Verbände.

Die Unterzeichner warnen davor, die wirtschaftliche Zukunft des Berufs auf einen Verteilungskonflikt zwischen Tierhaltenden, Angestellten und Praxen zu verengen. Alle Seiten seien auf eine wirtschaftlich tragfähige Tiermedizin angewiesen. 

Im laufenden Evaluationsprozess erwarten bpt, VUK und WFG eine verlässliche GOT mit einem regelmäßigen Anpassungsmechanismus, die die tatsächlichen Kosten der Praxen abbildet und so das Fundament der freien, inhabergeführten Praxis mit tragfähigen Praxiskonzepten sichert. 

bpt

Vetmeduni Wien erhält erneut EAEVE-Akkreditierung

30. Juli 2026

Nach 2019 hat die Veterinärmedizinische Universität Wien wieder eine Voll-Akkreditierung von der European Association of Establishments for Veterinary Education (EAEVE) erhalten. Dieser ist ein umfassendes Qualitätssicherungsverfahren durch die EAEVE vorausgegangen, in dem unter anderem Curriculum, Infrastruktur, Studierendenbetreuung, Prüfungswesen und Forschung nacheuropäischen Richtlinien und nationalen gesetzlichen Vorgaben geprüft werden. Vor der Überprüfung  erfolgten neben einer intensiven Vorbereitung und zwei erfolgreichen Probeaudits auch die Erstellung eines detaillierten Self-Evaluation-Reports.

„Für uns ist das Feedback der EAEVE nicht nur eine große Auszeichnung, sondern ein Ansporn, die Lehre an unserer Uni auch in Zukunft weiterzuentwickeln und unsere Ausbildungsqualität an höchsten Standards zu messen. Besonders erfreulich ist die klare Bestätigung der inhaltlichen Ausrichtung des Studiums: Das Curriculum verbindet Theorie, Simulation am Tiermodell und praktische Arbeit am lebenden Tier zu einem schlüssigen Gesamtkonzept“, erklärt Barbara Bockstahler, Vizerektorin für Lehre, Lehrinnovationen und klinische Angelegenheiten.

„Unsere vorklinische und klinische Ausbildung wurde als breit, anspruchsvoll und qualitativ sehr hochwertig bewertet. Auch die Organisation der Universität wurde ausdrücklich positiv hervorgehoben. Was mich besonders freut: Die offene, wertschätzende Zusammenarbeit zwischen Studierenden, Lehrenden und Support Staff wurde als große Stärke wahrgenommen“, ergänzt Rektor Matthias Gauly.

Vetmeduni Wien

Earth Overshoot Day: Ressourcenverbrauch dringend senken

29. Juli 2026

Schon bevor der Juli 2026 zu Ende geht, hat die Welt die natürlichen Ressourcen, die die Erde innerhalb eines Jahres erneuern kann, aufgebraucht. Denn der gobale Erdüberlastungstag (Earth Overshoot Day) fällt in diesem Jahr auf den 30. Juli. Rein rechnerisch heißt das, dass 1,73 Erden nötig wären, um den aktuellen weltweiten Verbrauch zu decken. Für die verbleibenden fünf Monate lebt die Menschheit über ihre ökologischen Verhältnisse. Dieser Trend hält seit dem Jahr 1970 an, seit mehr als 55 Jahren übersteigt der jährliche Verbrauch die global zur Verfügung stehenden Ressourcen. 

„Tatsächlich wächst die Lücke zwischen dem hohen Ressourcenverbrauch der Menschheit und der Regenerationsfähigkeit der Erde weiter“, sagt Björn Schulz, Experte für Kreislaufwirtschaft beim WWF Deutschland. „Das könnte sich jedoch ändern. Viele Menschen sind bereit, ressourcenschonender zu leben – wenn die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen.“ „Der Earth Overshoot Day macht deutlich, wie groß der Handlungsbedarf ist. Um den Ressourcenverbrauch zu senken, kommt es jetzt darauf an, die notwendigen politischen Weichen zu stellen. Dafür brauchen wir einen entschlossenen Ausstieg aus fossilen Energien und eine konsequente Priorisierung von zirkulären Geschäftsmodellen“, so Schulz abschließend.

WWF Deutschland

Forschende entdecken übertragbare Krebsart bei Welsen

28. Juli 2026

Im Lake Memphremagog, einem ca. 95–102 km² großen See, der sich über Vermont (USA) und Quebec (Kanada) erstreckt, sind annähernd ein Drittel der dort lebenden Katzenwelse (Ameiurus nebulosus) an schwarzem Hautkrebs erkrankt. Forschende der University of Vermont sind in einer Studie der Ursache nachgegangen und haben Genom der Katzenwelse und ihrer Tumore analysiert. Sie konnten belegen, dass der Krebs von Fisch zu Fisch übertragen wird und nicht aus den körpereigenen Zellen der jeweiligen Fische entstanden sind. Die Melanome scheinen sich wie ein Parasit auszubreiten. „Hunderttausende genetischer Varianten kommen in den Tumorproben gemeinsam vor, fehlen jedoch bei den Wirtsfischen, was das bei herkömmlichen Krebsarten beobachtete Ausmaß bei weitem übersteigt“, berichtet das Team.

Da vor allem größere, ältere Welse im Laichalter von den Tumoren betroffen sind, könnte ein möglicher Ansteckungsweg durch gegenseitiges Berührungen beim Laichen sein, so die Forschenden. Auch könnten sich Krebszellen im Sediment des Sees befinden und so die am Grund lebenden Welse bei Kontakt infizieren. Die Wissenschaftler:innen vermuten ebenfalls einen Zusammenhang zwischen hohen Arsenkonzentrationen im Boden rings um den Lake Memphremagog sowie benachbarten Seen und den erkrankten Fischen. Denn auch in den Tumorzellen fanden die Forschenden erhöhte Arsenwerte. Untersuchungen zu dem genauen Ursprung laufen noch.

„Es könnte sein, dass übertragbare Krebserkrankungen gar nicht so selten sind wie gedacht. Möglicherweise sehen wir viele Fälle einfach nicht, weil wir nicht danach suchen“, erklärt die an der Studie beteiligte US-Wissenschaftlerin Julie Dragon. Diese Forschungslücke möchte die Forscherin mit ihrem Team in Zukunft füllen – und damit auch Einblicke in die Krebsbiologie gewinnen. „Indem wir untersuchen, wie Krebserkrankungen außerhalb ihres ursprünglichen Wirts überleben und sich ausbreiten, können wir viel darüber lernen, was Krebserkrankungen in Schach hält – und was passiert, wenn diese Grenzen zusammenbrechen“, so Dragon. „Diese Fische bieten die Gelegenheit, die Evolution von Krebs zu erforschen.“

Wissenschaft.de

Erster HPAI-Nachweis in Neuseeland

27. Juli 2026

Die hochpathogene aviäre Influenza (HPAI) des Typs H5N1 sorgt weiterhin in zahlreichen Regionen der Welt für massive Tierverluste. Das sich seit sechs Jahren ausbreitende Virus wurde nun erstmals in Neuseeland nachgewiesen. Ein an einem Strand nahe Wellington tot aufgefundener Braunen Skua wurde positiv auf H5N1 getestet. Auch wenn bislang kein Nutzgeflügel von der Seuche betroffen ist, ruft Andrew Hoggard, Minister für Biosicherheit, Geflügelhaltende zur besonderen Wachsamkeit auf und mahnt dringend zur Einhaltung der Biosicherheitsstandards. Auch in Anbetracht dessen, dass sich das H5N1-Virus nach dem ersten Auftreten im Juni 2026 in Australien weiter unter Wildvögeln ausbreitet. Insgesamt registrierten die Behörden bisher sieben Ausbrüche an sechs Standorten. 

In Nepal und Vietnam hat das Seuchengeschehen stark angezogen. Seit März dieses Jahres ist die Zahl der infizierten Geflügelbestände in Nepal auf rund 90 gestiegen, während in Vietnam sich die Zahl der HPAI-Ausbrüche in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres in den Geflügelbeständen annähernd vervierfacht hat. Nach offiziellen Informationen sind 50 Ausbrüche in 15 Provinzen und Städten registriert worden. Die Gesamtzahl des Geflügels, das infolge der Ausbrüche verendete oder gekeult wurde, stieg im Jahresvergleich um das 7,7-Fache auf fast 240.000 Tiere an. Sowohl in Kambodscha als auch auf dem chinesischen Festland meldeten die Behörden weitere Infektionen bei Menschen. Hingegen hat sich die HPAI-Lage in Japan und Südkorea entspannt. 

Topagrar

Forschende finden neuen Ansatz gegen antibiotikaresistente Bakterien

24. Juli 2026

Antibiotikaresistenzen nehmen weltweit zu. Um diese zu bekämpfen, sind Forschende auf der Suche nach neuen Wirkstoffen, die an Angriffspunkten ansetzen, die von bisherigen Antibiotika noch nicht genutzt werden.

Nun ist es einem Forschungsteam am Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) in zwei Studien gelungen, eine Reihe synthetischer Wirkstoffkandidaten zu entwickeln, die ein essenzielles molekulares Versorgungssystem blockieren und damit die lebenswichtige Vitaminversorgung der Bakterien unterbrechen. Das führt dazu, dass die Erreger aushungern und dadurch keine Infektionen auslösen können. 

Der an dem HIPS entwickelte Wirkstoffkandidat hemmt die sogenannten Energy-Coupling-Factor-Transporter (ECF-Transporter), die die benötigten Vitamine aktiv und effizient aus der Umgebung in die Zelle einschleusen. In einer Studie konnten die Forschenden nbelegen, dass Bakterien, bei denen die Transportergene stillgelegt waren, deutlich empfindlicher auf die experimentellen Substanzen reagierten. „ECF-Transporter sind Biologinnen und Biologen seit Jahren bekannt, wurden in der Wirkstoffforschung aber weitgehend übersehen, weil sie als zu schwer angreifbar galten. Ich denke, dass diese beiden Studien zusammen sehr deutlich zeigen, dass es sich lohnt, weiterhin Zeit und Aufwand in die Entwicklung von Wirkstoffen gegen dieses Ziel zu investieren“, betont Studienleiterin Anna Hirsch von der Abteilung „Drug Design and Optimisation“ am HIPS.

 „Am meisten beeindruckt mich an diesen Ergebnissen, wie konserviert dieses Ziel ist. Wir haben Streptococcus-Stämme aus aller Welt untersucht – isoliert aus Blut, Liquor und Lungenflüssigkeit infizierter Patientinnen und Patienten – und die Gene der ECF-Transporter sind in all diesen Stämmen nahezu identisch. Das ist ungewöhnlich. Es bedeutet, dass unser Ansatz möglicherweise nicht nur gegen einen einzelnen Stamm wirksam ist, sondern potenziell gegen die gesamte Spezies“, sagt Dr. Eleonora Diamanti, Erstautorin der zweiten Publikation.

In einem Mausmodell der Lungeninfektion verringerte einer der vielversprechendsten Wirkstoffkandidaten die bakterielle Last in der Lunge im Vergleich zur unbehandelten Kontrollgruppe um das Zehnfache. Im Verlauf der Experimente traten zudem keine resistenten bakteriellen Varianten auf, was die Hoffnung weckt, dass ein künftiges Antibiotikum auf dieser Grundlage weniger anfällig für Resistenzentwicklung sein könnte.

Die Ergebnisse veröffentlichte das Team in zwei direkt aufeinanderfolgenden Studien im Journal of Medicinal Chemistry.

Helmholtz-Institut

Artenvielfalt und Ernährungssicherheit in der EU in Gefahr

23. Juli 2026

135 führende Forschende aus Ökologie, Ökonomie, Politikwissenschaft und Umweltrecht sehen Biodiversität and Ernährungssicherheit in Europa gefährdet. Der Hauptgrund liegt nach Meinung der Wissenschaftler:innen in politischen, sich widersprechenden Regelungen: die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) und die Biodiversitätsstrategie 2030. Einige EU-Bestimmungen zielen darauf ab, die Natur zu erhalten, andere jedoch fördern die intensive Landwirtschaft und den Einsatz von Pestiziden.    

In einem Strategiepapier fordern die Expert:innen nun eine einheitliche Linie von der Politik, um den Rückgang von Bienen, Schmetterlingen und anderen Bestäubern aufzuhalten und das Management von Bestäubern zu fördern. Laut der Autor:innen, unter ihnen Professor Ingolf Steffan-Dewenter und Jie Zhang vom Lehrstuhl für Zoologie III (Tierökologie und Tropenbiologie) am Biozentrum der Universität Würzburg, wäre ein fortlaufender Insektenschwund folgenschwer, sowohl in gesundheitlicher als auch finanzieller Hinsicht.„Wir müssen uns klar machen, dass Insektenschutz eine notwendige Investition in unsere eigene Zukunft ist“, erklärt Steffan-Dewenter. „Es geht um den Erhalt grundlegender Voraussetzungen für eine stabile Gesellschaft, gesunde Ernährung und intakte Ökosysteme. Untätigkeit können wir uns nicht erlauben.“

80 bis 90 Prozent aller Wildpflanzen und 75 Prozent der wichtigsten Nutzpflanzen brauchen für die Bestäubung die Hilfe von Insekten. Ohne sie gäbe es kaum Obst, Gemüse und Nüsse. Schon heute fehlen weltweit drei bis fünf Prozent der Nahrungspflanzen, weil es in vielen Regionen nicht mehr genug Bestäuber gibt.

Die Verfasser:innen des Strategiepapiers plädieren daher für einen zeitnahen Systemwechsel. Die Politik müsse sich weiter in die Richtung entwickeln, dass sie Biodiversität als integralen Bestandteil gesellschaftlicher, ökonomischer und ökologischer Resilienz begreift. Zudem sei es dringend notwendig, dass die Lücke zwischen wissenschaftlichem Wissen und politischem Handeln geschlossen werde.

IDW

Leitlinie für eine bessere Früherkennung von Demenz bei Hunden

22. Juli 2026

Nicht nur Menschen, auch Tiere können an Demenz erkranken. Nach Informationen des Bundesverbandes für Tiergesundheit (BfT) zeigen aktuelle Studien, dass die Krankheit auch immer häufiger Hunde trifft. Demnach erkrankt etwa jeder dritte Hund mit 12 Jahren und sogar jeder zweite Hund mit 15 Jahren an der sogenannten kognitiven Dysfunktion. Die bringt Symptome wie Desorientierung, Unruhe in der Nacht, nachlassende Stubenreinheit oder ein verändertes Sozialverhalten mit sich. Diese Form der Demenz beim Hund ist vergleichbar mit der Alzheimer-Erkrankung beim Menschen. 

Damit Tierärzt:innen und Tierhaltende die Erkrankung besser verstehen, frühzeitig erkennen und gezielt begleiten können, liefert eine neue Leitlinie erstmals eine fundierte Grundlage. Denn auch wenn sich  die Demenzerkrankung letztlich nicht aufhalten lässt, können die frühzeitige Diagnose und ein angepasstes Management den Verlauf positiv beeinflussen und Symptome deutlich abmildern. 

Auch wenn die Demenzerkrankung nicht heilbar ist, stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, um betroffene Hunde zu unterstützen. Neben medikamentösen Ansätzen, können Ernährung und Supplemente wie Antioxidantien, Omega-3-Fettsäuren, mittelkettige Fettsäuren oder geeignete Präparate zur Stressreduktion unterstützend wirken. Zudem sollten kognitive Beschäftigung und feste Routinen in den Hundealltag eingebunden werden.

BfT

BTV-8-Ausbruch in Niedersachsen  

22. Juli 2026

Erstmals im aktuellen Seuchenzug ist die Blauzungenkrankheit des Serotyps 8 (BTV-8) in Niedersachsen nachgewiesen worden. Betroffen ist eine Rinderhaltung in Herzberg am Harz im Landkreis Göttingen. Die nach dem BTV-Ausbruch in Hessen eingerichtete Restriktionszone wächst um weitere 150 Kilometer. Große Teile Niedersachsens liegen nun innerhalb dieser Sperrzone. Betroffen sind die Landkreise im Süden des Bundeslandes bis hin zu Teilen der Landkreise Osnabrück, Nienburg, Diepholz, Verden, Heidekreis, Uelzen und Lüchow-Dannenberg.

Für Rinder, Schafe, Ziegen, Lamas, Kamele und Alpakas gelten nun Einschränkungen, wenn diese aus der Zone heraus in noch BTV-8-freie Gebiete innerhalb Deutschlands oder in andere EU-Mitgliedstaaten verbracht werden sollen. Innerhalb der Zone bestehen keine Beschränkungen.

Schon seit Längerem gilt auch in Niedersachsen die Empfehlung, empfängliche Wiederkäuer gegen BTV-3 und BTV-8 zu impfen. Denn nur die Impfung schützt vor schweren Verläufen. Auch dürfen nur geimpfte Tiere aus der Sperrzone gebracht werden

Land und Forst

NDR

Klimawandel verstärkt Blaualgenentwicklung 

21. Juli 2026

Die teilweise seit Ende Mai herrschenden hohen sommerlichen Temperaturen erwärmen auch die Seen und Flüsse in Deutschland massiv. Besonders in stehenden Gewässern fördert das die Vermehrung von Cyanobakterien (Blaualgen) sowie die Bildung der typischen grünlichen Algenblüten stark.

Da einige der Cyanobakterien-Arten Giftstoffe produzieren, die bei Menschen und Tieren gesundheitliche Schäden verursachen, werden jedes Jahr für diverse Seen und Weiher amtliche Warnungen vor den Blaualgen ausgesprochen. Seltener treten die Cyanobakterien in Flüssen auf. Wegen eines möglichen Zusammenhangs mit Blaualgen raten aktuell die Behörden vom Baden in der Donau ab. Nach Angaben des Landratsamt Kelheim wurden die Algen bei Wasserproben aus der Donau nachgewiesen. Zwei Menschen und mehrere Hunde sind nach dem Baden in der Donau bei Kelheim erkrankt, ein Tier starb.

Wenn belastetes Wasser verschluckt wird oder Giftstoffe über die Schleimhäute aufgenommen werden, können Krankheitszeichen wie Hautausschläge, Übelkeit, Durchfall, Atemnot oder Muskelkrämpfe auftreten. Schon geringe Mengen der Giftstoffe können für Hunde jedoch lebensgefährlich sein, da die Vierbeiner aus flachen Uferbereichen trinken bzw. Steine und Wasserpflanzen ablecken. Erste Warnzeichen für eine mögliche Vergiftung sind Nach Angaben der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) starker Speichelfluss, Zittern oder Krämpfe. In diesem Fall sollten Tierhaltende umgehend einen Tierarzt aufsuchen.

Forschende der Technischen Universität München untersuchen bereits seit Jahren die Verbreitung der Bakterien im Zusammenhang mit dem Klimawandel und befürchten, dass diese in Zukunft häufiger vorkommen könnten. Cyanobakterien benötigen neben Sonnenlicht auch Nährstoffe wie Phosphor und Stickstoff, wie das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) erklärt. Um die Verbreitung zu verringern, sollten Nährstoffeinträge möglichst reduziert werden, was den Wissenschaftler:innen der TU jedoch nicht ausreicht. Sie raten dringend zu Maßnahmen, die einer weiteren Erwärmung der Gewässer entgegenwirken, damit diese als funktionierende Systeme erhalten werden können. 

BR

Schweinepreise weiter unter Druck

20. Juli 2026

Während in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres die Erzeugerpreise für Rinder und Geflügel teilweise deutlich gestiegen sind, fielen die Preise für Schweine und Ferkel weiter.  Die Preise für Kälber nahmen im Vorjahresvergleich von rund 259 € auf 310 € pro Tier zu, was einem Plus von 21 % entspricht. Gründe für die Preissteigerungen waren unter anderem eine anhaltend gute Nachfrage und ein geringeres Tieraufkommen. Auch die Erlöse für Geflügelfleisch konnte im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 zulegen.

Auf der anderen Seite ist der Schweine- und Ferkelmarkt weiter massiv unter Druck. Die rückläufigen Erzeugerpreise sind das Ergebnis eines zunehmend schwierigen Fleischabsatzes, der die Nachfrage nach Schlachtschweinen erheblich gedrosselt hat. Auf dem an die Entwicklung gebundenen Ferkelmarkt kam es im Verlauf des Halbjahres zu einem spürbaren Angebotsüberhang. Mit durchschnittlich 53,40 € pro Tier lagen die Ferkelpreise um rund 22 % unter dem Niveau des Vorjahres.

Topagrar

Streichung der Weideprämie für Tierschutzbund nicht nachvollziehbar

17. Juli 2026

Am 15.07.2026 hat die Bundesregierung im Rahmen eines Entlastungskabinetts über das sogenannte Bürokratierückbaugesetz beraten. So plant der Bund aktuell, die bereits im Jahr 2024 beschlossene, bundesweite Prämie (Öko-Regelung) für die Weidehaltung von Milchkühen im Rahmen der EU-Agrarpolitik (GAP) zu streichen, was vom Deutschen Tierschutzbund kritisiert wird. 

Dieser fordert die regierende Koalition auf, die geplante Streichung zurückzunehmen und die beschlossene Öko-Regelung umsetzen. Der Verband weist darauf hin, dass tierschutzgerechte Rinderhaltung nur mit Zugang zu einer Weide möglich sei. 

„Zugesagte Anreize für mehr Tierschutz zu streichen hat nichts mit Bürokratieabbau zu tun – es wäre ein fatales Signal!“, kommentiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Wer wirklich bessere Bedingungen für Tiere in der Landwirtschaft möchte, muss deshalb Betriebe, die vorangehen, auch verlässlich unterstützen - anstatt beschlossene Förderungen kurz vor dem Start wieder abzuräumen und damit für Vertrauensverlust und noch mehr Planungsunsicherheit zu sorgen.“

Lediglich ein Drittel aller in Deutschland gehaltener Rinder haben die Möglichkeit eines regelmäßigen Weideganges, was einer tierschutzgerechten Haltung der sozialen und bewegungsaktiven Tiere entspricht. Zehn Prozent aller Rinder stehen zudem noch in Anbindehaltung.

Der Koalitionsvertrag verspreche ausdrücklich die Ausweitung der Öko-Regelung für die Weidehaltung, so Schröder. „Eine Streichung ist daher umso weniger nachvollziehbar.“ Auch nach ausdrücklicher Empfehlung der Zukunftskommission Landwirtschaft sei es notwendig, die Gemeinsame Agrarpolitik so weiterzuentwickeln, dass sie gesellschaftliche und Ökosystemleistungen stärker honoriert, und das Budget für Öko-Regelungen anzuheben. 

Deutscher Tierschutzbund

Bpt bietet Fortbildung für Ausbildungspraxen an

16. Juli 2026

Unter dem Titel „Rechtliche Voraussetzungen für Praktika oder professionelle Begleitung von Studierenden während des Praktikums“ bietet der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) für seine Mitglieder eine Fortbildung an. Diese Online-Fortbildung besteht aus der Aufzeichnung einer Präsenz-Veranstaltung im Rahmen der bpt-INTENSIV Kleintierfortbildung in Bielefeld am 01. März 2024 und enthält zudem einen Vortrag zu Voraussetzungen für Ausbildungspraxen aus dem Jahr 2026, der den Vorgaben der EAEVE entspricht.

bpt-Mitglieder können diese Fortbildung, die noch bis Ende 2026 buchbar ist, für ihre Registrierung als bpt-Ausbildungspraxis nutzen. Es werden jedoch auch andere Fortbildungen mit adäquaten Inhalten nach Vorlage eines Zertifikats akzeptiert.

bpt

KI könnte Antibiotikaentwicklung optimieren

15. Juli 2026

Antibiotikaresistente Bakterien verursachen weltweit Millionen Todesfälle. Um dem entgegenzuwirken, müssen dringend neue wirksame Antibiotika entwickelt werden. Da aber bereits viele mögliche Kandidaten schon in frühen Entwicklungsstadien auf Grund von mangelnder Wirksamkeit oder unerwünschter Nebenwirkungen ausscheiden, gestaltet sich dieses Vorhaben als schwierig.

Das Verbundprojekt OptimAIze soll die Entwicklung neuer Antibiotika nun deutlich effizienter gestalten. Mit Hilfe von modernsten Methoden der Künstlichen Intelligenz (KI) sowie innovativen biologischen Testverfahren könnten vielversprechende Antibiotikakandidaten schneller identifiziert und optimiert werden.

Im Fokus von OptimAIze steht ein neuartiger, geschlossener Lernkreislauf aus KI und experimenteller Validierung. Zusätzlich werden hochauflösende Daten zur Zytotoxizität mit modernen KI-Verfahren ausgewertet. Die Modelle lernen dabei nicht nur, die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Molekülen vorherzusagen, sondern können auch gezielt neue Wirkstoffvarianten vorschlagen, die anschließend experimentell getestet werden. Die Ergebnisse fließen wiederum zurück in die KI-Modelle und verbessern deren Vorhersagekraft kontinuierlich.

„Künstliche Intelligenz eröffnet enorme Chancen für die Wirkstoffforschung. Gleichzeitig stoßen rein datengetriebene Modelle an Grenzen, insbesondere wenn nur wenige oder unausgewogene Daten zur Verfügung stehen. Deshalb setzen wir in OptimAIze auf die Kombination von KI und mechanistischem Fachwissen. So können wir nicht nur präzisere Vorhersagen treffen, sondern auch besser nachvollziehen, warum bestimmte Moleküle wirksam oder toxisch sind“, erklärt Prof. Dr. Verena Wolf, die das Projekt OptimAIze koordiniert.

Das Projekt wurde von dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), der Universität des Saarlandes, dem Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) und dem Biotechnologieunternehmen smartbax GmbH das Verbundprojekt OptimAIze ins Leben gerufen. Die Projektpartner zielen darauf ab, neben der Entwicklung konkreter Antibiotikakandidaten zudem innovative KI-Methoden und Softwarewerkzeuge für die wissenschaftliche Gemeinschaft verfügbar zu machen. 

DFKI

App vermittelt umfassendes Wissen zu Wildtieren  

15. Juli 2026

Viele junge Wildtiere landen als vermeintliche Notfälle in Tierkliniken und -praxen. Doch in den meisten Fällen sind die Jungtiere gar nicht hilfsbedürftig, erklärt Prof. Dr. Michael Pees von der Klinik für Heimtiere, Reptilien und Vögel der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo). Sie wären besser in ihrer natürlichen Umgebung aufgehoben gewesen.

Damit hilfsbereite Menschen besser erkennen, welche Tiere wirklich tierärztliche Hilfe benötigen, hat ein Team der TiHo die App „Wildtier SOS“ entwickelt. Die KI-gestützte App bietet Finder:innen eine schnelle und fundierte Entscheidungshilfe. Mit Hilfe von Beispiel-Bildern und -Videos sowie einer hilfreichen SOS-Funktion, lassen sich unnötige Eingriffe in die Natur vermeiden.

„Jetzt geht das ganz praktisch mit der neuen KI-Integration. Per Foto kann die App in kürzester Zeit die Tierart erkennen, was Laien besonders bei Jungtieren schwer fallen kann“, so der Klinikleiter. Zudem finden die User:innen wichtige Hinweise zu gesetzlichen Vorgaben, Zoonosen und dem Schutzstatus des Tieres.

„Die App Wildtier SOS ist ein digitaler Meilenstein für den Tier- und Artenschutz in Deutschland“, fasst Professor Dr. Michael Pees zusammen. „Sie vermittelt wertvolles Wissen über die Wildtiere in unserer Umgebung, erkennt, ob ein Tier Hilfe benötigt, leitet Finderinnen und Finder bei der Erstversorgung an und unterstützt dabei, die richtigen Anlaufstellen in der Nähe zu finden.“ 

Um besser auf Wildtierpatienten vorbereitet zu sein, können sich Tierärzt:innen auf Myvetlearn.de mit einer vierteiligen Wildtierreihe online fortbilden. Für Tiermedizinische Fachangestellte steht eine separate Reihe zur Verfügung.

TiHo

Tierhaltung: Hitzetage erfordern Änderungen im Haltungsmanagement 

14. Juli 2026

Der Sommer in Deutschland bleibt weiterhin heiß und trocken. Menschen sowie Haus- und Nutztiere leiden unter den anhaltend hohen Temperaturen. Das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) ruft daher Tierhaltende ausdrücklich auf, eventuell nötige Änderungen im Haltungsmanagement schnellstmöglich vorzunehmen.

Insbesondere Geflügelbetriebe stünden vor Herausforderungen durch die anhaltenden Extremtemperaturen, die in Verbindung mit hoher Luftfeuchtigkeit zu erhöhten Tierverlusten führen können, so das Ministerium. Demnach mussten nach dem letzten Juni-Wochenende eine rund dreimal größere Menge an Kadavern aus den niedersächsischen Geflügelhaltungen abgeholt werden.

Für Rinder, Schafe und Pferde, die auf der Weide gehalten werden, sollte immer ausreichender Witterungsschutz, Schatten und Zugang zu Wasser sichergestellt werden. Aufgrund der aktuell schwindenden Futtergrundlage müsse unter Umständen zugefüttert werden. 

Das Ministerium rät zudem, dass bei Hütehaltung keine großen Distanzen zurückgelegt und Aktivitäten wie Umtreiben, Tierbehandlungen, Tiertransporte etc. auf die kühleren Morgenstunden verschoben werden sollten.

Ministerium Niedersachsen

Tierhaltungsstrategie der EU wird unterschiedlich bewertet

14. Juli 2026

Am 7. Juli 2026 hat die Europäische Kommission die Strategie für die Nutztierhaltung (Livestock Strategy) angenommen. Ziel der Strategie ist die Sicherstellung eines nachhaltigen und widerstandfähigen Tierhaltung in Europa.

„In der heute angenommenen Strategie wird ein zukunftsorientierter Ansatz für die Tierhaltung vorgeschlagen, bei dem die Tiergesundheit und der Tierschutz im Mittelpunkt stehen. Es ist das Ergebnis unseres umfassenden Konsultationsprozesses mit Interessenträgern in der gesamten Branche, insbesondere Landwirten, deren Ansichten sorgfältig berücksichtigt wurden. Durch Investitionen in Prävention, Innovation und Vorsorge helfen wir Tieren und Landwirten gleichermaßen“, erklärte Olivér Várhelyi, Mitglied der EU-Kommission für Gesundheit und Tierwohl in der vergangenen Woche.

Der Deutsche Tierschutzbund begrüßt den nun festgelegten Zeitplan für Tierschutzverbesserungen, kritisiert jedoch das Festhalten der Kommission an einer auf den Erhalt und Ausbau der Tierhaltung ausgerichteten Agrarpolitik. Stattdessen fordern die Tierschützer:innen den dringend notwendigen Wandel des Ernährungssystems.

„Mit dieser Strategie zementiert die Europäische Kommission ein System der Tierhaltung, das erhebliches Tierleid verursacht und zugleich Klima, Umwelt und Ressourcen belastet“, sagt Jürgen Plinz, Präsidiumsmitglied des Deutschen Tierschutzbundes und Board Member des europäischen Tierschutzdachverbands Eurogroup for Animals. „Wer Europas Landwirtschaft zukunftsfähig machen will, muss den Mut haben, den Umfang der Tierhaltung zu reduzieren und pflanzliche Proteine deutlich stärker zu fördern. Diese Chance lässt die Kommission ungenutzt.“

Europa brauche weniger Tiere in besseren Haltungssystemen – nicht eine Strategie, die den Tierschutz ausbremst, statt ihn voranzubringen, so Plinz weiter. Der Verband kritisiert besonders, dass die Strategie die Ursachen vieler Probleme der intensiven Tierhaltung ausblende. Zwar würden Maßnahmen zur Krankheitsprävention und Biosicherheit angekündigt, die Risiken hoher Tierbestände und Besatzdichten seien aber weitgehend unberücksichtigt geblieben.

Ganz anders das Urteil des Bundesverbandes Rind und Schwein e. V. (BRS). Er bewertet die EU-Tierhaltungsstrategie grundsätzlich positiv. Besonders begrüßt der Verband, dass die Nutztierhaltung ausdrücklich als strategisch wichtiger Sektor für Ernährungssicherheit, ländliche Räume, Biodiversität und Kreislaufwirtschaft anerkannt wird; ebenso den Ansatz, Tiergesundheit, Tierwohl, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit künftig stärker zusammenzudenken. Auch die angekündigte Förderung der Kreislaufwirtschaft, die Unterstützung von Innovationen sowie der Abbau bürokratischer Hürden werden ausdrücklich begrüßt.

Positiv bewertet der BRS zudem den europäischen Ansatz im Bereich der Tiergesundheit. Die stärkere Ausrichtung auf Prävention, Biosicherheit, Früherkennung und Krisenmanagement sei der richtige Weg. Auch die angekündigte Überprüfung der Kategorisierung von Tierseuchen im EU-Tiergesundheitsrecht wird als sinnvoll angesehen. Da Tierseuchen keine Landesgrenzen kennen, brauche es europaweit einheitliche Maßstäbe, klare Zuständigkeiten sowie verlässliche Bekämpfungs- und Finanzierungsmechanismen. Einen vergleichbar präventiven und strategischen Ansatz wünsche sich der Verband auch auf nationaler Ebene.

Ob die Strategie tatsächlich zu Verbesserungen für die Tierhaltung in Deutschland führe, hänge jedoch maßgeblich von ihrer konkreten Ausgestaltung ab, mahnt der BRS.

Deutscher Tierschutzbund

BRS

EFSA legt Überwachungsbericht zur Geflügelpest vor

13. Juli 2026

In der EU sind die Nachweise der hochpathogenen Geflügelpest (HPAI) im Frühjahr 2026 zurückgegangen. Laut dem vierteljährlichen Überwachungsbericht der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) und des EU-Referenzlabors (EURL) wird dies auch während der Sommermonate so bleiben. Insgesamt wurden zwischen dem 28. Februar und dem 4. Juni 2026 aus den EU-Mitgliedstaaten 186 HPAI-Ausbrüche bei Geflügel und in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln gemeldet. Weitere 763 Nachweise gab es bei Wildvögeln. Während die Zahl der Ausbrüche bei Hausvögeln ähnlich hoch ist wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres, waren die Nachweise bei Wildvögeln in diesem Jahr mindestens dreimal so hoch, was auf eine sehr hohe Viruszirkulation bei Wasservögeln hindeutet.

Aus dem Bericht geht auch hervor, dass es in Ungarn erstmals Fälle von niedrigpathogener Vogelgrippe vom Typ H9N2 in sieben Geflügelbetrieben gegeben hat. Zwar wurden H9N2-Nachweise bereits zuvor in der EU gemeldet, doch handelt es sich hierbei um den ersten Nachweis des spezifischen Clades H9N2 G5.5, das auch für vereinzelte Fälle beim Menschen im Nahen Osten und in Westafrika verantwortlich war. Die EFSA und das ECDC raten den Mitgliedstaaten, diese Situation genau zu überwachen.

EFSA

Mehr Einschränkungen bei Wasserentnahme gefordert

13. Juli 2026

Die Folgen des Klimawandels werden immer spürbarer. Länger anhaltende Hitzewellen, Trockenheit und Dürre sowie Starkregen und Hagel - Extremwetterereignisse nehmen drastisch zu. Aufgrund der häufigeren Trockenperioden und knapper werdender Grundwasservorkommen fordert der Verband Kommunaler Unternehmen (VKU) jetzt strengere Regeln zur Wasserentnahme. Der Druck auf die Grundwasserressourcen wachse mit dem Klimawandel. „Genehmigungsfreie Nutzungen müssen so weit wie möglich eingeschränkt werden", sagte VKU-Vizepräsident Karsten Specht der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). Dazu gehöre auch die private Nutzung. „Sauberes Wasser jederzeit, überall und zu fairen Preisen ist in unserem Land keine Kür, sondern Pflicht", ergänzte er. Damit das so bleibe, müsse Transparenz in der Frage geschaffen werden, wer wann und in welchem Umfang auf die Wasserressourcen zugreift.

Der VKU fordert daher endlich die Umsetzung des digitalen Wasserbuches in allen Bundesländern. Dabei handelt es sich um ein elektronisches Register, in dem wasserrechtliche Genehmigungen, Wasserentnahmen, Einleitungen und Schutzgebiete zentral dokumentiert und verwaltet werden.

Bisher müssen lediglich kommunale Wasserversorger und wirtschaftliche Unternehmen Wasserentnahmen genehmigen lassen. Zu den genehmigungsfreien Nutzungen gehören unter anderem die Bewässerung des Gartens oder die Wassernutzung für den landwirtschaftlichen Hofbetrieb, einschließlich Tränken von Vieh außerhalb des Hofes. Der VKU fordert außerdem eine Priorisierung, in der die öffentliche Wasserversorgung an erster Stelle steht.

NOZ

Schweinepreise sind desaströs

10. Juli 2026

Die Schweinepreise sind bereits seit mehreren Wochen im Keller und sinken immer weiter. Die Landwirt:innen machen längst keine Gewinne mehr, sondern schreiben „existenzbedrohende“ Verluste, erklärt die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN). Die Erlöse haben nun mit 1,40 Euro/kg Schlachtgewicht (SG) einen neunen Tiefpunkt erreicht. Aktuell fahren Schweinemäster und Ferkelerzeuger einen Verlust von 60 € je Schwein ein, so die ISN.

Durch die sinkenden Preise rutschen Schweinehalter:innen immer weiter in die Verlustzone, betont die ISN. Schlachter hingegen klagen über unzureichende Margen und Absatzschwierigkeiten. Dafür sei hauptsächlich der derzeit intensive Wettbewerb innerhalb Europas verantwortlich. Günstige Angebote aus dem Ausland belasten die Fleischvermarktung in Deutschland.

Agrarheute

Weiterer Buckelwal in der Ostsee gesichtet

9. Juli 2026

In der Ostsee ist ein weiterer Buckelwal gesichtet worden. Er ist von Tierschützer:innen auf den Namen "Hartwin" getauft worden.

Laut dem Walexperten Heiko Buch-Illing ist damit zu rechnen, dass ihn das selbe Schicksal ereilt wie zuvor Timmy. Die aktuell herrschenden Wassertemperaturen vor der Flensburger Küste betragen knapp 20°C. Dies sei "sehr unangenehm für einen Buckelwal". Das Tier befinde sich zudem in flachem Wasser von nur 5 bis 12 Metern Tiefe. Außerdem bewege sich der Buckelwal auffällig langsam, was darauf hindeutet, dass das Tier bereits stark geschwächt ist. Laut Einschätzung von Buch-Illing gibt es für den Wal, dessen Haut bereits auffallend hell ist, was ebenfalls ein Zeichen sei, dass der Zustand des Tieres nicht gut sei, keine Chance. „Er wird sterben."

Der Buckelwal sei offensichtlich auf der Suche nach seichten Gewässern – wo er sich in Ruhe ablegen kann und nicht zum Atmen an die Wasseroberfläche kommen muss. Deshalb sei es nur eine Frage der Zeit, bis Hartwin stranden werde.

Nordschleswiger

Neue ASP-Fälle in der Uckermark

9. Juli 2026

Im Landkreis Uckermark gibt es neue Fälle der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen. Nach über einem Jahr hat das Nationale Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) einen amtlichen Verdachtsfall bestätigt, ein weiterer amtlicher Verdachtsfall wird derzeit beim FLI geprüft.

Beide Tiere wurden innerhalb der bereits bestehenden Sperrzone II (gefährdetes Gebiet) des Landkreises Uckermark gefunden und befinden sich in unmittelbarer Nähe zur deutsch-polnischen Grenze südlich von Schwedt/Oder bei Stützkow/Neu Galow, also im ASP-Schutzkorridor, wie das brandenburgische Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz am 8. Juli 2026 mitteilte. Es wird von einem Eintrag durch migrierende Wildschweine aus infizierten Gebieten in Polen ausgegangen. Der letzte ASP-Fall im Land Brandenburg wurde in der Uckermark am 14. Mai 2025 amtlich bestätigt.

Entscheidend sei nun bei unverändert großem Infektionsdruck in der Region, dass die ASP-Schutzzäune nicht beschädigt werden und die Tore stets geschlossen bleiben, mahnte der Leiter des Landeskrisenstabs zur Bekämpfung der ASP, Staatssekretär Dr. Stephan Nickisch.

MLEUV Brandenburg

BfT spricht sich für elektronische Packungsbeilagen aus

9. Juli 2026

Der Bundesverband für Tiergesundheit e. V. (BfT) spricht sich dafür aus, die Einführung elektronischer Packungsbeilagen für Tierarzneimittel gesetzlich zu ermöglichen. Die EU-Tierarzneimittel-Verordnung sieht bereits vor, dass Mitgliedstaaten Packungsbeilagen für Tierarzneimittel auf Papier, elektronisch oder in beiden Formen zulassen können. Das deutsche Tierarzneimittelgesetz (TAMG) schreibt bislang jedoch weiterhin die Papierform vor.

Der BfT spricht sich daher für eine zügige Öffnung des TAMG aus. Ziel ist eine praxistaugliche, sichere und bürokratiearme Lösung, die digitale Möglichkeiten nutzt und dauerhafte Doppelstrukturen vermeidet, heißt es in einer Pressemitteilung des Verbandes.

„Die elektronische Packungsbeilage ist kein Zukunftsthema, sondern eine konkrete Möglichkeit, die jetzt umgesetzt werden kann. Nach unseren Gesprächen mit Behörden, Ministerien und weiteren Stakeholdern sehen wir dafür eine grundsätzlich positive Haltung. Entscheidend ist nun, diesen Rückenwind für eine pragmatische, rechtssichere und bürokratiearme Lösung zu nutzen“, erklärt Dr. Sabine Schüller, Geschäftsführerin des BfT.

Elektronische Packungsbeilagen, sogenannte eLeaflets, können über QR-Codes auf der Verpackung einfach zugänglich gemacht werden. Sie ermöglichen es, Informationen effizienter zu aktualisieren und Tierärztinnen und Tierärzten sowie Tierhalterinnen und Tierhaltern in aktueller Form bereitzustellen. Damit leisten sie einen unmittelbaren Beitrag zur sicheren Anwendung von Tierarzneimitteln, zur Versorgungssicherheit und zum Tierschutz.

Zugleich reduzieren eLeaflets unnötige Kosten, Ressourcenverbrauch und Verwaltungsaufwand. Papiergebundene Packungsbeilagen verursachen bei Änderungen Übersetzungs-, Druck-, Lager- und Logistikaufwand. Eine dauerhafte Pflicht zu parallelen Papier- und Digitalfassungen würde diese Belastungen nicht abbauen, sondern verstetigen.

Der BfT schlägt deshalb eine kurze Einführungsphase vor: Für zwei Jahre sollte die Papierversion weiterhin verpflichtend bleiben, während die elektronische Packungsbeilage zusätzlich eingeführt werden kann. Danach sollte produktbezogene Wahlfreiheit gelten – elektronische Form oder Papierform, ohne verpflichtenden Parallelbetrieb.

Gleichzeitig betont der BfT: Die elektronische Packungsbeilage ersetzt nicht die tierärztliche Beratung. Da Tierarzneimittel im Regelfall über die tierärztliche Praxis abgegeben werden, bleiben Beratung und sichere Anwendung gewährleistet. eLeaflets ergänzen diese Beratung durch aktuelle, leicht zugängliche und ressourcenschonende Informationen.

BfT

Hunde können Long-COVID erschnüffeln

8. Juli 2026

Der Geruchssinn von Hunden ist phänomenal. Immer wieder versuchen wir, die Spürnasen im Sinne des Menschen einzusetzen, z.B. beim Erschnüffeln von Anfällen, Drogen oder Krankheitserregern wie SARS-CoV-2, dem für COVID-19 verantwortlichen Virus. Dass Hunde in der Lage sind, Personen mit einer akuten SARS-CoV-2 Infektion zu erkennen, hatte Prof. Dr. Holger Volk von der Stiftung Tierärztlichen Hochschule (TiHo) Hannover im Jahr 2021 publiziert.

Nun konnten Forschende der Technischen Universität Braunschweig, der Medizinischen Hochschule Hannover und der TiHo im Forschungsprojekt „COVID Dogolomics" zeigen, dass sich auch das Post-COVID-Syndrom anhand von Geruchssignaturen erkennen lässt. Ihre Ergebnisse zeigen außerdem eine Übereinstimmung zwischen den Einschätzungen speziell trainierter Spürhunde und modernen massenspektrometrischen Analysen in Kombination mit Machine-Learning-Verfahren. Damit liefern die Forschenden neue Hinweise auf krankheitsspezifische Stoffwechselmuster und eröffnen Perspektiven für innovative diagnostische Ansätze.

Das Projekt vereint die klinische Expertise der MHH um Prof. Dr. Georg Behrens, die Arbeiten zu medizinischen Spürhunden an der TiHo unter Leitung von Professor Holger Volk, PhD, sowie die analytischen und bioinformatischen Untersuchungen der Abteilung Bioinformatik und Biochemie der TU Braunschweig unter Leitung von Professor Dr. Karsten Hiller. Gemeinsam verfolgen die Partner das Ziel, biologische Signaturen des Post-COVID-Syndroms besser zu verstehen und langfristig neue diagnostische Ansätze zu entwickeln. Im Rahmen des Projekts stellte die MHH Patientenkohorten und Bioproben bereit. Die Tierärztliche Hochschule Hannover untersuchte mit speziell trainierten Spürhunden, ob Long-COVID-Proben anhand ihres Geruchs erkannt werden können. Die Forschenden der TU Braunschweig analysierten dieselben Proben mit modernster Massenspektrometrie und entwickelten Verfahren des maschinellen Lernens, um die zugrunde liegenden Stoffwechselmuster zu entschlüsseln.

Die Ergebnisse waren bemerkenswert: Die Hunde konnten Long-COVID-Proben zuverlässig von gesunden Kontrollproben und sogar von ähnlichen Krankheitsbildern unterscheiden. Dies deutet darauf hin, dass Long-COVID mit einer charakteristischen Geruchssignatur verbunden sein könnte.

Lea Woyciechowski, Doktorandin der Abteilung Bioinformatik und Biochemie, entwickelte zudem eine neue analytische Methode, mit der flüchtige organische Verbindungen, die Volatile Organic Compounds, aus sehr kleinen Urinproben hochauflösend erfasst werden können. Diese Moleküle entstehen als Produkte des Stoffwechsels und können Hinweise auf physiologische oder krankheitsbedingte Prozesse liefern. „Flüchtige Stoffwechselprodukte sind gewissermaßen chemische Fingerabdrücke biologischer Vorgänge“, erklärt Lea Woyciechowski. „Wir wollten herausfinden, ob sich die Signatur, die die Hunde wahrnehmen, auch analytisch erfassen und mit datengetriebenen Methoden beschreiben lässt.“ Dabei konnten charakteristische Muster identifiziert werden, die Long-COVID-Proben von Kontrollgruppen unterscheiden.

Besonders interessant ist, dass die Ergebnisse der Hunde und die analytischen Auswertungen überraschend gut übereinstimmten: Proben, die von den Hunden als auffällig erkannt wurden, zeigten auch in den statistischen Modellen charakteristische Stoffwechselmuster. Damit weisen zwei grundlegend unterschiedliche Systeme auf dieselben krankheitsassoziierten Veränderungen hin. Die Ergebnisse liefern damit neue Hinweise darauf, dass das Post-COVID-Syndrom mit messbaren Veränderungen des Stoffwechsels verbunden ist.

TiHo

Ergebnisse des Pharmakovigilanzreport Tierarzneimittel für 2025 liegen vor

8. Juli 2026

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat den „Pharmakovigilanzreport Tierarzneimittel“ für das Jahr 2025 veröffentlicht. Darin werden unerwünschte Ereignisse nach der Anwendung von Tierarzneimitteln erfasst. Demnach wurden im Jahr 2025 insgesamt 4.858 Meldungen erfasst. Die meisten davon betrafen die Tierarten Hund und Katze. Aber auch beim Menschen kann der Kontakt mit Tierarzneimitteln zu unerwünschten Ereignissen führen. Der Bericht unterstreicht die Bedeutung der Pharmakovigilanz für die Sicherheit von Tierarzneimitteln sowie für den Schutz von Tieren und Menschen.

„Bei der Sammlung von unerwünschten Ereignissen von Tierarzneimitteln arbeitet das BVL eng mit der Tierärzteschaft, den Pharmakovigilanz-Zentren der veterinärmedizinischen Hochschulen, Giftinformationszenten und Tierhaltenden zusammen“, erläutert BVL-Präsidentin Prof. Dr. Gaby-Fleur Böl. „Ihre Meldungen tragen wesentlich zur Sicherheit von Tierarzneimitteln bei.“

Knapp 98 Prozent der Meldungen betrafen unerwünschte Ereignisse beim Tier. Die mit Abstand häufigsten Meldungen betrafen die Tierarten Hund, Katze, Rind und Pferd. Bei Hühnern und Puten gab es im Vergleich dazu zwar weitaus weniger Meldungen unerwünschter Ereignisse, es war jedoch eine deutlich höhere Zahl von Tieren betroffen.

Circa ein Drittel der unerwünschten Ereignisse wurden von Hormonpräparaten ausgelöst. Knapp 30 Prozent gingen auf die Gabe von Antiparasitika zurück. An dritter Stelle (ca. 10 %) folgten Tierarzneimittel mit Wirkung auf das Nervensystem. Der mit Abstand häufigste Anlass für eine Meldung war der Verdacht auf eine mangelnde Wirksamkeit. Mit deutlichem Abstand folgten die klinischen Anzeichen Erbrechen, Juckreiz und Lethargie.

BVL

Niederlande reduziert Emissionen aus Tierhaltung

7. Juli 2026

Die Stickstoffemissionen aus der niederländischen Tierhaltung sind 2025 leicht gesunken. Das Ziel der Regierung, durch den Abbau des landesweiten Viehbestandes durch die Zahlung von Ausstiegsprämien, den Stickstoffeintrag der Landwirtschafts zu reduzieren, wurde somit erreicht. Die Emissionen blieben unter dem geltenden Grenzwert. Bei Phosphat verringerten sich die Emissionen zwar ebenfalls (- 3 Prozent), allerdings wurde der Grenzwert dennoch um 5 Prozent überschritten.

Laut den Angaben des Nationalen Statistikamtes wurden 2025 insgesamt 439,5 Mio. kg Stickstoffverbindungen aus Viehmist ausgestoßen und damit gegenüber dem Vorjahr 2,1 Prozent weniger. Die geltende Stickstoffemissionsgrenze liegt bei 440 Mio. kg.

Der auf die Rinderhaltung zurückzuführende Stickstoffausstoß ging im Jahresvergleich um 2 Prozent auf 292 Mio. kg zurück. Davon entfielen 260 Mio. kg auf Milchkühe einschließlich Jungtiere. Im Schweinesektor wurden 2025 insgesamt 77,7 Mio. kg Stickstoffverbindungen freigesetzt (- 3 Prozent), bei Geflügel waren es 48,1 Mio. kg (- 1,2 Prozent).

Schweizerbauer

Forschende machen Fortschritte bei Entschlüsselung von Tierkommunikation

7. Juli 2026

Hausmäuse kommunizieren über komplexe Ultraschallvokalisationen, die für Menschen nicht hörbar sind. Wie diese akustischen Signale soziales und sexuelles Verhalten steuern, wird bislang nur unzureichend verstanden. Eine kürzlich veröffentlichte Publikation des Konrad-Lorenz-Instituts für Vergleichende Verhaltensforschung (KLIVV) der Vetmeduni in Zusammenarbeit mit Forschenden am Institut für Schallforschung (ISF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften bietet nun einen umfassenden Überblick über die neuesten bioakustischen Methoden und Verfahren des maschinellen Lernens zur Erforschung der akustischen Kommunikation von Nagern.

Die Analyse tierischer Lautäußerungen ist eine äußerst anspruchsvolle und zeitintensive Aufgabe in der Verhaltensbiologie. In bioakustischen Analysen wird häufig mit enormen Datenmengen gearbeitet, die nun mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) und dem Machine Learning (ML) einfacher und schneller ausgewertet werden können. „Lange Zeit war die Forschung zur Tierkommunikation durch den Aufwand bei der Aufbereitung und Analyse von Audiodaten begrenzt. Heute ermöglichen neue KI-gestützte Methoden wesentlich effizientere und präzisere Analysen“, erklärt Sarah M. Zala (KLIVV), Letztautorin der Studie.

Auf Basis bestehender Studien geben die Wissenschaftler:innen einen umfassenden Überblick über aktuell verfügbare Werkzeuge zur Verarbeitung und Analyse von Mäusevokalisationen. Besonderes Augenmerk legte das Team auf die einzelnen Schritte der Datenverarbeitung – von der Aufzeichnung und der Signalvorverarbeitung über die automatische Erkennung von Ultraschallvokalisationen bis hin zu deren Klassifikation und Auswertung. Ziel zukünftiger Studien sei es, so Zala, „Fehler in jedem Verarbeitungsschritt zu minimieren und ihre Fortsetzung entlang der Analyse-Pipeline zu verhindern“. Der Vergleich etablierter signalverarbeitender Verfahren mit Methoden des maschinellen Lernens zeigt, dass die automatisierte Erkennung von Vokalisationen in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte gemacht hat. Gleichzeitig bestehen weiterhin Herausforderungen – etwa bei der Unterdrückung von Hintergrundgeräuschen, der verlässlichen Verfolgung von Frequenzverläufen und der Extraktion biologisch relevanter Merkmale. Aber auch die klare Abgrenzung einiger Rufe bzw. Rufarten voneinander, stellt weiterhin eine Herausforderung dar. Die Forschenden betonen daher die Bedeutung hochwertiger, manuell kuratierter Datensätze als Referenz für das Training und die Validierung automatisierter Verfahren.

Vetmeduni

Tierseuchenkasse Brandenburg reduziert Beihilfe für Geflügelhaltende

6. Juli 2026

Aufgrund von Ausbrüchen der Newcastle Disease mussten in Brandenburg rund 3,9 Millionen Millionen Stück Geflügel gekeult werden. Die finanziellen Belastungen der Tierseuchenkasse sind dadurch massiv gestiegen, weshalb die Tierseuchenkasse des Landes Brandenburg nun einen strikten Sparkurs fahren muss. Als erster Schritt wurde die Beihilfe für Reinigung, Desinfektion und Entwesung nach einem Seuchenausbruch bereits zum 1. Mai 2026 von 70 auf 50 Prozent gesenkt.

Dadurch fallen für viele landwirtschaftliche Betriebe höhere Eigenkosten im Ernstfall an. An der gesetzlichen Entschädigung für den gemeinen Tierwert sowie die vollständige Übernahme der Kosten für Tötung und Tierkörperbeseitigung ändert sich hingegen nichts. Die Kürzungen betreffen ausschließlich freiwillige Beihilfen, wie agrarheute.com berichtet.

Agrarheute.com

Virtuelle Zäune überzeugen im Praxistest

6. Juli 2026

Schon seit längerem werden virtuelle Weidezäune als Alternative zu herkömmlichen Weidezäunen untersucht, da man sich davon mehr Flexibilität und weniger Kosten für die Einzäunung verspricht. Eine neue Studie der Universität Göttingen, die jetzt in der Fachzeitschrift Animal veröffentlicht wurde, zeigt, dass nicht die Art des Zauns entscheidend war, sondern die Grenze selbst – unabhängig davon, ob sie sichtbar ist oder nicht. Die Tiere hielten sich unabhängig vom System seltener in den Randbereichen auf, bewegten sich dort langsamer und nutzten vor allem die Weidemitte. Gleichzeitig führten die virtuellen Zäune zu einer gleichmäßigeren Verteilung der Tiere auf der Fläche.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass nicht der Zauntyp entscheidend ist, sondern die Wahrnehmung der Weidegrenze durch die Tiere“, sagt Erstautorin Dr. Natascha A. Grinnell von der Abteilung Graslandwissenschaft der Universität Göttingen. „Virtuelle Zäune werden von Rindern ähnlich zuverlässig respektiert wie herkömmliche Elektrozäune und sind aus Tierschutzsicht nicht grundsätzlich problematischer. Daraus ergeben sich neue Möglichkeiten für ein modernes und flexibles Weidemanagement.“

Universität Göttingen

Giftige Substanzen können Verbrennungen bei Rindern verursachen

6. Juli 2026

Starke Sonneneinstrahlung in Kombination mit der Aufnahme giftiger Substanzen können bei Rindern zu extremen Verbrennungen der Haut führen. Diese Photosensibilitätsreaktion kann besonders bei hellen Rinderrassen wie Galloway auftreten.  

Die ersten Symptome dieser Reaktion sind Hautveränderungen, die zunächst wie ein starker Sonnenbrand aussehen. Nach Informationen von betroffenen Rinderhalter:innen folgen weitere Hautveränderungen, wie Rötungen und Verdickungen der weniger pigmentierten Hautflächen. Diese Stellen verfärben sich nach zwei oder drei Tagen dunkel und lösen sich von der Hautunterlage. Der ganze Prozess dauert rund zwei Wochen.

Analysen der Rinderklinik der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) zufolge sind größere Mengen giftiger Substanzen wie Johanniskraut  und Buchweizen Verursacher der Verbrennungen. Zudem können Leberegel schwere Symptome hervorrufen. Ein sofortiges Aufstallen und eine symptomatische Behandlung in Zusammenarbeit mit der/dem Tierärzt:in sind hier dringend angeraten.

Agrarheute

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