Wiederkehrende Dürrephasen schädigen Ökosysteme nachhaltig
Ein erheblicher Teil der Erdoberfläche ist mit Gras überzogen. Die Resilienz dieser Graslandökosysteme wird durch die Auswirkungen des Klimawandels stark gestört. Zu diesem Ergebnis führte eine neue Studie der Forschungsgruppe Funktionelle Ökologie der Universität Innsbruck.
Anhand von jahrelangen simulierten Klimaszenarien konnten die Forschenden unter der Leitung von Michael Bahn zeigen, wie sehr wiederkehrende Dürren, Erderwärmung und erhöhte CO2-Konzentration in der Atmosphäre sich auf die Verfügbarkeit von Bodenwasser und die Pflanzenwassernutzung auswirken.
„Wir haben die in künftigen Klimaszenarien erwarteten Veränderungen von drei zentralen Faktoren simuliert: Erwärmung, erhöhte atmosphärische CO₂-Konzentrationen und Dürre. Dabei haben wir die Effekte sowohl einzeln als auch in verschiedenen Kombinationen untersucht“, erklärt Michael Bahn.
Die Analysen zeigten, dass sich die Bodeneigenschaften bei wiederholter Dürre stark veränderten. Erhöhte Wärme führt zusätzlich zu einem generellen Feuchtigkeitsverlust im Boden.
„Unsere Studie zeigt auch, dass erhöhte CO2-Werte in der Atmosphäre kurzfristig positive Effekte haben können, etwa eine schnellere Erholung nach Dürrephasen. Diese Effekte werden jedoch durch die negativen Auswirkungen der zunehmenden Erwärmung und Dürre auf die Bodeneigenschaften überlagert“, so Bahn. Die Wechselwirkungen zwischen Boden und Pflanzen zeigten sich viel komplexer als bisher angenommen, so der Wissenschaftler weiter. „Dies hat erhebliche Auswirkungen auf die Fähigkeit von Ökosystemen, Dürreperioden zu überstehen und sich davon zu erholen“, fasst Bahn zusammen.
Die Ergebnisse der Studie zeigen einmal mehr, wie wichtig es ist, Strategien zu entwickeln, um die Resilienz von Ökosystemen gegenüber Klimaveränderungen zu stärken und globale Bemühungen im Klimaschutz voranzutreiben, lautete das Fazit der Innsbrucker Forschenden.
Jetzt für Young Scientist Award 2025 bewerben
Mit dem ABCD & Boehringer Ingelheim Young Scientist Award 2025 zeichnet innovative und herausragende Arbeiten junger Wissenschaftler auf dem Gebiet der felinen Infektionskrankheiten und/oder angewandten Immunologie aus. Der Preisträger erhält neben einer Urkunde die kostenfreie Teilnahme an einem wissenschaftlichen Kongress nach Wahl, einschließlich Reisekosten und Unterkunft. Hier wird er oder sie auch einen kurzen Vortrag halten oder ein Poster mit seinen/ihren Forschungsergebnissen präsentieren.
Der Preis wird vom European Advisory Board on Cat Diseases (ABCD) während des World Feline Congress verliehen, der vom 27. bis 29. Juni 2025 in Edinburgh, Großbritannien, stattfindet.
Bewerben können sich Veterinärmediziner:innen oder Biolog:innen bis zu einem Alter von 35 Jahren, die einen originellen Beitrag im Bereich der felinen Infektionskrankheiten und/oder Immunologie geleistet haben, der in einem referenzierten Fachjournal veröffentlicht oder zur Veröffentlichung angenommen wurde. Alternativ kann dieser 2022 oder später von einer anderen prüfenden Instanz akzeptiert worden sein. Die Bewerber:innen sollten ihren Wohnsitz in Europa haben. Bewerbungsschluss ist der 15. März 2025.
Die Bewerbung sollte auf Englisch und in elektronischem Format erfolgen und einen kurzen Abstract (maximal 500 Wörter) der einzureichenden Arbeit, einen kurzen Lebenslauf sowie zwei persönliche Referenzen enthalten. Relevante Veröffentlichungen und/oder Dissertationen zum Thema sollten ebenfalls beigefügt werden.
Özdemir tritt für weniger Bürokratie und faire Handelspraktiken ein
Am heutigen Montag (27.1.2025) findet in Brüssel das erste Treffen des Agrar- und Fischereirates in diesem Jahr statt. Es ist zudem das erste Treffen unter polnischer Ratspräsidentschaft. Im Mittelpunkt des Treffens steht u.a. das angekündigte Paket der Kommission zur Stärkung der Landwirte in der Lebensmittellieferkette sowie grenzüberschreitende unlautere Handelspraktiken. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir will sich dabei vor allem für Bürokratieabbau und Planungssicherheit für die Landwirt:innen einsetzen.
Außerdem wird er in Brüssel die anderen Minister:innen über die aktuelle Lage und die angestoßenen Maßnahmen informieren, die nach dem Auftreten der Maul- und Klauenseuche (MKS) nach mehr als 30 Jahren im Bundesland Brandenburg ergriffen worden sind.
„Die Maul- und Klauenseuche ist eine große Belastung für unsere Betriebe, wirtschaftlich wie emotional. Das gilt natürlich besonders für die Höfe in der betroffenen Region. Aufgrund des beherzten gemeinsamen Vorgehens in Deutschland hat die EU-Kommission bestätigt, dass Fleisch und Milchprodukte, die außerhalb der Sperrzone erzeugt wurden, weiter in der EU gehandelt werden können. Das macht noch einmal deutlich, wie wichtig die Europäische Union auch für unsere Landwirtschaft und gerade ganz besonders für unsere tierhaltenden Betriebe ist. Ohne das Prinzip der Regionalisierung, ohne EU, müssten wir jetzt auch mit allen unseren Nachbarstaaten einzeln verhandeln, so wie wir es gerade mit Hochdruck mit Drittstaaten tun. Entscheidend ist, dass alle Ebenen weiterhin eng zusammenarbeiten, um unsere Tiere zu schützen und die Schäden für unsere Land- und Ernährungswirtschaft so klein zu halten wie nur möglich. Kein Hof sollte aufgrund der Maul- und Klauenseuche aufgeben müssen", erklärte Özdemir im Vorfeld des Agrarministertreffens.
Vorsorgliche Produktion von 750.000 MKS-Impfdosen startet
Ein Pharmaunternehmen wird zum Schutz vor der Maul- und Klauenseuche (MKS) vorsorglich 750.000 Impfstoff-Dosen produzieren, wie das Agrarministerium in Potsdam auf Anfrage mitteilte. Um welches Unternehmen es sich handelt, wurde nicht bekanntgegeben. Die Herstellung des Impfstoffs soll sechs Tage dauern. Anschließend wird dieser vom Hersteller eingelagert. Er ist 18 Monate haltbar.
Formal gilt ein MKS-Ausbruch erst als beendet, wenn seitens der EU die erlassenen Restriktionen aufgehoben und Deutschland wieder der Status "MKS-frei" der Weltorganisation für Tiergesundheit zuerkannt worden sind. Dies dauert laut Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) aber mindestens drei Monate vom Zeitpunkt des letzten bestätigten Falls aus gesehen.
Neuer Fall von Hasenpest in Bayern
Die Tularämie (Hasenpest) breitet sich in Bayern weiter aus. Im mittelfränkischen Landkreis Erlangen-Höchstadt ist nun ein weiterer Fall von Hasenpest aufgetreten. Das verendete Tier wurde in Eckental gefunden. Allein in Bayern wurden im vergangenen Jahr zwischen Januar und Oktober 28 Fälle von Tularämie bei Fledhasen nachgewiesen.
Da es sich bei der Tularämie um eine Zoonose handelt, wird davor gewarnt, kranke, geschwächte oder verendete Hasen und Kaninchen anzufassen. Haustiere sollten ebenfalls fern gehalten werden.
Beim Menschen ähnelt die bakterielle Erkrankung denen einer Grippe und geht mit Symptomen wie Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber, Schüttelfrost und Mattigkeit einher. Auch die Lymphknoten können anschwellen und vereitern.
Antibakterielle Wirkung von Austern entdeckt
Zahleiche infektiöse Bakterien haben im Laufe der Zeit Resistenzen gegen herkömmliche Antibiotika entwickelt. Sofern nicht bald wirksame neue antibiotische Mittel entwickelt werden, könnten bis zu 40 Mio. Menschen bis zum Jahr 2050 an antimikrobiellen Resistenzen sterben, erklärt die Forscherin Kirsten Benkendorff von der Southern Cross University. Deshalb wird fieberhaft nach neuen antibakteriell wirksamen Substanzen gesucht.
Gemeinsam mit weiteren Wissenschaftler:innen hat Benckendorff ein Protein, das sogenannte Hämolymphprotein, im Blut der Steinauster entdeckt, das nicht nur Bakterien abtötet, sondern auch die Wirksamkeit einiger herkömmlicher Antibiotika gegen eine Reihe klinisch bedeutender Bakterien erhöht. Die nur in Neuseeland und Australien vorkommende Auster könnte so zu einer effektiven Waffe gegen bakterielle Infektionen werden. Die Wissenschaftlerin sieht in der Steinauster ein großes Potenzial, dass sich daraus ein sicheres und wirksames Medikament herstellen lässt.
„Die meisten Organismen verfügen über natürliche Abwehrmechanismen, um sich vor Infektionen zu schützen. Austern filtern ständig Bakterien aus dem Wasser, sodass sie ein guter Organismus sind, um nach potenziellen Antibiotika zu suchen", so Benkendorff. Auch wenn es noch einige Zeit dauern wird, bis ein neues Antibiotikum aus Austernblut entwickelt wird, gebe diese Entdeckung Hoffnung auf natürliche Alternativen zur Behandlung von Infektionen.
Verzehr von Mehlwürmern bedenkenlos
Mehlwürmer gelten als neuartige Lebensmittel (NF) und dürfen in der EU in Form des gelben Mehlwurms seit 2021 den menschlichen Speiseplan als alternative Proteinquelle zu Fleisch und Fisch offiziell erweitern. Neben den ganzen Insekten können Mehlwürmer aber auch in gefrorener, getrockneter und pulverisierter Form völlig bedenkenlos verzehrt werden. Das hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in einem Gutachten nun klar gestellt. Ihr Gremium für Ernährung, neuartige Lebensmittel und Lebensmittelallergene (NDA) konnte belegen, dass der Gehalt an Kontaminanten in dem NF in hohem Maße vom Vorkommen dieser Stoffe im Insektenfutter abhänge. Der Proteingehalt des betreffenden NF liegt laut Angaben des Gremiums zwischen 13 und 48 g pro 100 g Wurmsubstanz; der tatsächliche Proteingehalt dürfte aufgrund von Stickstoff aus Chitin aber überschätzt werden.
Das Gremium stellt zudem klar, dass Mehlwürmer ernährungsphysiologisch nicht nachteilig sind. Die toxikologischen Informationen über das NF würden keine Sicherheitsbedenken aufwerfen.
Lediglich bei Personen, die auf Krebstiere, Hausstaubmilben und Weichtiere allergisch sind, könnte der Verzehr des NF allergische Reaktionen auslösen. Zudem bestehe die Möglichkeit, dass Allergene aus dem Futter in das NF gelangen, erklären die Expert:innen in ihrem Gutachten.
Artenschutz in ökologischen Übergangszonen intensivieren
In Übergangsbereichen zwischen zwei Vegetationszonen im tropischen Regenwald ist die Artenvielfalt besonders hoch. Das konnte ein Forschendenteam aus Vietnam und Deutschland nun mit einer aktuellen Studie im Nui Chua Nationalpark (Vietnam) belegen. Die Wissenschaftler:innen konnten mit Hilfe von Wildtierkameras zeigen, dass die Vielfalt an bodenbewohnenden Säugetieren und Vögeln im halbtrockenen Wald zwischen trockenem Küstenwald und feuchten, immergrünen Regenwald am höchsten ist. Die Ergebnisse dieser Studie unterstreichen die Bedeutung des Erhalts solcher Übergangszonen für den Artenschutz.
Nachdem vor ca. sieben Jahren im Nui Chua-Nationalpark das Vietnam-Kantschil, auch vietnamesischer Maushirsch genannt, wiederentdeckt und erstmalig fotografiert worden war, führte ein wissenschaftliches Team des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW), des Southern Institute of Ecology in Vietnam und des Nationalparks zwischen 2018 und 2022 fünf Wildtierkamera-Erhebungen durch.
„Auf der Suche nach dem Vietnam-Kantschil im Park war ich überrascht von der hohen Anzahl anderer Arten, die wir in der Übergangszone fotografieren konnten“, sagt An Nguyen, Doktorand in der Abteilung für Ökologische Dynamik des Leibniz-IZW. „Das inspirierte uns dazu, über das Vietnam-Kantschil hinauszuschauen und die Gemeinschaft der bodenbewohnenden Säugetiere und Vögel im Nui Chua-Nationalpark zu untersuchen.“
So wurden zur systematischen Erfassung anderer Tiere an zahlreichen weiteren Stationen ebenso Wildtierkameras aufgestellt. „Die größte Vielfalt fanden wir nicht wie erwartet in den Regenwald-Bereichen des Parks, sondern in den halbtrockenen Übergangsbereichen zwischen dem küstennahen Trockenwald und dem hochgelegenen Regenwald“, sagt An.
Die Tatsache, dass sich die weltweit größte Population des stark bedrohten Vietnam-Kantschils wahrscheinlich in den halbtrockenen Wäldern von Nui Chua befindet, mache den Schutz dieses Lebensraums noch dringlicher, so die Forschenden in dem Fachzeitschriftenbeitrag. Über den Nui Chua-Nationalpark hinaus empfehlen sie, weitere Halbtrockenwaldgebiete in Küstenregionen Südostasiens zu identifizieren, deren Artenvielfalt zu erfassen und diesen Lebensraum auch dort zu schützen.
EIB unterstützt Entwicklung tierfreier Käse-Alternativen
Der Markt für Alternativen zu tierischen Lebensmitteln scheint stetig zu wachsen. Anders als bei Fleischersatzprodukten ist die Herstellung von tierfreien Käse-Alternativen eher schwierig und mit besonderen Technologien verbunden. Das im Jahr 2019 gegründete Start-up Formo hat nun von der Europäischen Investitionsbank (EIB) ein Darlehen über 35 Millionen Euro erhalten, um die Technologie der Präzisionsfermentation weiter zu entwickeln. Damit will das Food-Tech-Unternehmen die Herstellung von alternativen Milch- und Ei-Produkten weiter voranbringen.
„Das Vertrauen der EIB in unsere Innovationsstärke und Skalierungfähigkeit freut uns sehr“, sagte Formo-Gründer Raffael Wohlgensinger. „Wir wollen zeigen, dass europäische Innovationsunternehmen nicht nur schlaue Ideen hervorbringen, sondern neue Technologien skalieren und erfolgreich kommerzialisieren können. Zugleich wissen wir, dass Fermentationsverfahren einen entscheidenden Beitrag zur Resilienz des europäischen Lebensmittelsystems leisten werden. Der vereinbarte Finanzierungsrahmen ist ein starkes Signal für Europa und bestätigt uns in unserer Strategie."
Bereits im September vergangenen Jahres hat Formo seine Mikrofermentation-Produktlinie auf den Markt gebracht. Neben weiteren alternativen Käsesorten wollen die Unternehmer auch ein Ei-Ersatz für Rührei und Backwaren produzieren.
NRW: EU-Länder wichtig für Handel mit Schweinen und Rindern
Nordrhein-Westfalen ist nach Niedersachsen das Bundesland mit dem zweithöchsten Schweinebestand in Deutschland (5,8 Mio.). Zum Stichtag am 3. November 2024 wurde mehr als die Hälfte aller Schweine im Regierungsbezirk Münster gehalten.
Nach Angaben von Information und Technik NRW (IT.NRW) wurde im Jahr 2023 Fleisch von Schweinen im Wert von 1,49 Milliarden Euro in andere Länder ausgeführt. Im gleichen Zeitraum hat das Land lebende Schweine im Wert von ca. 90 Millionen Euro exportiert, wobei Polen (39,7 Prozent) und Ungarn (18,7 Prozent) die wichtigsten Abnehmer waren. Gemessen am Warenwert hat der Import von lebenden Schweinen für NRW eine größere Bedeutung als der Export; 2023 wurden lebende Schweine im Wert von ca. 390 Millionen Euro nach NRW eingeführt. Mehr als die Hälfte kam aus den Niederlanden (57,1 Prozent), gefolgt von Dänemark (26,3 Prozent) und Belgien (16,5 Prozent).
Der Handel mit Rindern sowie Rindfleisch aus NRW erfolgte im Jahr 2023 größtenteils mit EU-Ländern, wobei die Niederlande mit über 83 Prozent Hauptabnehmerland waren. Spanien war mit einem Anteil von 20,9 Prozent das wichtigste Abnehmerland für Rindfleisch, gefolgt von Frankreich mit 18,7 Prozent. Fleisch von Schafen und Ziegen hingegen wurde verstärkt mit Handelspartnern außerhalb der EU gehandelt.